VW-Leiharbeiter protestieren gegen auslaufende Verträge

Wolfsburg  Der Unmut machte sich in Hannover Luft und ist auch ein großes Thema in den sozialen Netzwerken.

Die Jobmaschine VW ist ins Stottern geraten.

Foto: dpa-picture-alliance.

Die Jobmaschine VW ist ins Stottern geraten.

Das berufliche Schicksal der Zeitarbeitskräfte bewegt die Gemüter bei Volkswagen immer heftiger. Bei Nutzfahrzeuge in Hannover gab es am vergangenen Freitag spontane Proteste der Leiharbeiter. Und auf der Facebook-Seite von VW-Mitarbeitern im Stammwerk wird das Thema heiß diskutiert. Dort ist auch ein Flugblatt von Leiharbeitern zu sehen. Ihr Vorwurf lautet: „Arbeitsplatzverlust für uns, Sonderschichten für Euch!“. Zum Jahresende ist womöglich für Hunderte der Zeitarbeitskräfte Schluss bei VW. Der zwischen Betriebsrat und Unternehmen abgeschlossene Zukunftspakt lässt da wenig Spielraum. Beide Seiten bemühen sich aber noch um individuelle Lösungen und sprechen auch von Härtefällen.

Um wie viele auslaufende Verträge in Wolfsburg und Hannover es sich handelt, wird vom Unternehmen nicht kommuniziert. In Hannover sollen es rund 200 sein, die ursprünglich bis Oktober laufen sollten, dann aber bis Ende Dezember verlängert wurden. Die Mitarbeiter waren zu Beginn des Jahres von Wolfsburg nach Hannover gewechselt. Die Zeitarbeitnehmer hatten sich auch auf Betriebsversammlungen an den VW-Standorten zu Wort gemeldet (wir berichteten).

„Wir bedauern die persönliche Situation jedes einzelnen Zeitarbeiters. Volkswagen hat in den zurückliegenden Jahren rund 17 000 Zeitarbeiter übernommen. Doch leider können wir Übernahmen wie in den vergangenen Jahren nicht fortsetzen. Denn Volkswagen und die gesamte Autoindustrie befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel, auf den sich die Marke Volkswagen mit dem Zukunftspakt einstellt. Was die Zeitarbeit betrifft, haben wir offen gesagt, dass wir die Verträge vieler Zeitarbeitnehmer nicht verlängern und sie auch nicht in die Stammbelegschaft übernehmen können“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Dennoch bemühe sich Volkswagen intensiv um Lösungen für Betroffene. Wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, können dies auch Einsätze an anderen Standorten oder auch befristete Übernahmen an anderen Standorten sein. Man helfe auch, Brücken in eine andere Beschäftigung zu bauen. Die Autovision Zeitarbeit helfe bei der Suche nach Folgebeschäftigungen.

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