VW bietet Zeitarbeitern Jobs in anderen Standorten an

Wolfsburg  Im Stammwerk in Wolfsburg werden auslaufende Verträge nicht mehr verlängert.

Britta Enders entwarf nach Bekanntwerden von Dieselgate ein Solidaritäts-T-Shirt für VW..

Britta Enders entwarf nach Bekanntwerden von Dieselgate ein Solidaritäts-T-Shirt für VW..

Foto: regios24

Das erste Personal ist bei VW in Wolfsburg von Bord gegangen. Ende vergangenen Jahres wurden die ersten rund 60 Zeitarbeitnehmer darüber informiert, dass ihre auslaufenden Verträge nicht verlängert werden. Angesichts der derzeit instabilen Absatzlage beim Brot- und Butter-Modell Golf und vor allem vor dem Hintergrund des Zukunftspaktes werden auch in den nächsten Wochen auslaufende Zeitverträge in Wolfsburg nicht verlängert. Bereits im März sollen deutlich mehr Zeitarbeitnehmer das Unternehmen verlassen beziehungsweise an Standorte wechseln, die noch Bedarf haben.

Ob 60 oder 300 – hinter den Zahlen stehen Menschen. So endete im Dezember auch die VW-Anstellung von Britta Enders. Sie war über die Autovision in der Lackiererei beschäftigt und hatte nach Bekanntwerden des Abgasskandals in Eigenregie Solidaritäts-T-Shirts für ihren Arbeitgeber drucken lassen. Der Umgang von Volkswagen mit dem Instrument der Zeitarbeit war in den Vorjahren durchaus vorbildlich. Viele Tausende Mitarbeiter wurden übernommen. Zeitarbeit diente bei Volkswagen eben nicht als Drehtür, sondern als Chance, eine dauerhafte Beschäftigung zu finden. Diese Generosität kann man sich nach Abschluss des Zukunftspaktes nicht mehr leisten. Allerdings bemüht man sich intensiv darum, den Kollegen der Autovision möglichst neue Jobs in anderen VW-Werken zu beschaffen. Das allerdings ist nur in begrenztem Umfange möglich und hängt auch von der weiteren Absatzentwicklung ab.

Ein spezielles Problem sind derzeit die beiden Top-Seller Golf und Passat. Sowohl in Wolfsburg als auch in Emden wartet man darauf, dass neue oder aufgewertete Modelle möglichst massenhaft ihre Kunden finden. Der Upgrade des Golf 7 bietet deutlich mehr als das Original. Aber werden die Golf-Liebhaber jetzt tatsächlich zugreifen, wo doch Anfang 2008 der Golf 8 auf den Markt kommt? In Emden wartet man gespannt auf den Nachfolger des Passat CC. Der Absatz des Mittelklasse-Flaggschiffes brach im Vorjahr ein. Nur wenn die Kunden bereits jetzt mitspielen, wird sich die Lage verbessern. Hoffentlich auch die der vielen Zeitarbeitnehmer.

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