Elvis Rexhbecaj: Ich bin erwachsener geworden

Wolfsburg.  Elvis Rexhbecaj kickt seit Januar für den 1. FC Köln. Ob er danach zum VfL Wolfsburg zurückkehrt, ist offen. Jetzt freut er sich aufs Duell.

Borussia Dortmund (rechts, Emre Can) biss sich am 1. FC Köln und Elvis Rexhbecaj die Zähne aus.

Borussia Dortmund (rechts, Emre Can) biss sich am 1. FC Köln und Elvis Rexhbecaj die Zähne aus.

Foto: Uwe Kraft / dpa

Elvis Rexhbecaj wurde in der Akademie des VfL Wolfsburg zum Fußballer ausgebildet, der Mittelfeldspieler durchlief alle Klassen der Junioren, ehe er sich unter Bruno Labbadia in der Bundesliga etablierte. Doch dessen Trainer-Nachfolger Oliver Glasner setzte auf andere Spielertypen im Mittelfeld der Wolfsburger. Daher ging der 23 Jahre alte Rexhbecaj im Januar dieses Jahres zum 1. FC Köln . Sein Leihvertrag beim Traditionsklub endet im nächsten Sommer. Im Interview spricht Rexhbecaj über sein Leben in der Domstadt, das erste Pflichtspiel-Duell mit seinem Jugendklub am Samstag (15.30 Uhr) und seine Zukunft.

Sie stehen vor einem Jubiläum. Am Samstag machen Sie Ihr 50. Bundesliga-Spiel, Elvis Rexhbecaj.

Das ist eine schöne Zahl, darüber freue ich mich extrem. Und das ausgerechnet gegen den VfL. Das ist natürlich etwas Besonderes für mich, da ich zehn Jahre in Wolfsburg gespielt habe, bevor ich Anfang des Jahres zum FC kam. Es wird auch mein erstes Pflichtspiel überhaupt gegen den VfL.

Bevor Sie in Wolfsburg zum Bundesliga-Spieler wurden, mussten Sie sich durch die Regionalliga bei der U23 kämpfen. Haben Sie auf diesem Umweg gezweifelt, ob Sie es noch ganz nach oben schaffen?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich fand die Schritte von der U19 über die U23 und dann in die Bundesliga-Mannschaft sehr wichtig – jeden Schritt für sich. Wer direkt aus der U19 in die Bundesliga kommt, hat es oft schwer, Fuß zu fassen. In der U23 kann man sich als Jugendlicher noch an den Männer-Fußball gewöhnen. In der Regionalliga ist das Spiel natürlich ein anderes als in der Bundesliga, aber für mich waren die Schritte wichtig und richtig.

War Ihr Schritt nach Köln auch richtig? Im Januar ließen Sie sich für 18 Monate an den FC ausleihen, nachdem Sie beim VfL in der Hinrunde keine Rolle gespielt hatten.

Auch der Schritt war absolut richtig, er hat mir gutgetan. Menschlich und sportlich. Ich wollte unbedingt regelmäßig spielen, um mich weiter zu entwickeln. Das klappt bislang ganz gut. Dass die Ambitionen hier andere sind als in Wolfsburg war mir dabei nicht wichtig.

Wie ist es, weit weg von Zuhause zu sein?

Ich bin in jedem Fall erwachsener geworden. Das ist doch ganz normal, wenn man von Zuhause weggeht, in einer fremden Stadt fast auf sich allein gestellt ist und auf einmal putzen, kochen, einkaufen und Behörden-Kram erledigen muss. Wobei mich das Team hier wirklich super aufgenommen hat. Außerdem war mein Bruder als Unterstützung bei mir. Und meine Familie besucht mich so oft es geht, sofern es die Pandemie zulässt. Zusammengefasst: Es ist überragend hier (lacht).

Jetzt steht am Samstag das Duell mit dem VfL an. Was macht die Wolfsburger aus Ihrer Sicht so stark?

Sie sind einfach ein eingespieltes Team, ihre größte Stärke ist die Arbeit im Verbund. Sie haben eine stabile Achse, dazu haben sie ihre neuen Spieler gut und schnell integriert. Das Team steht beim VfL über allem, aber sie sind auch individuell extrem stark besetzt. Sie laufen, kämpfen, können aber auch gut Fußball spielen. Sie stehen zurecht da oben. Das wird ein hartes Brett für uns.

Aber ein solches hatten Sie am Wochenende mit Borussia Dortmund auch zu bohren. Das Ergebnis: ein 2:1-Sieg für Ihren FC.

Genau. Das war ein extrem wichtiger Sieg für uns. Wir hatten endlich mal das Quäntchen Glück, das uns in den Spielen zuvor gefehlt hat. Klar: Wir hatten 18 Spiele in Folge nicht gewonnen, aber unsere Partien waren eigentlich immer richtig knapp. Daher hatten wir nach dem Sieg gegen den BVB alle ein Grinsen im Gesicht. Und wenn wir gegen Wolfsburg so spielen wie gegen Dortmund, dann werden auch sie sich an uns die Zähne ausbeißen. Wir haben den BVB geschlagen. Warum sollten wir das nicht auch gegen den VfL schaffen?

Im Sommer endet Ihr Leihvertrag mit dem FC. Köln könnte Sie dann per Option fest verpflichten, aber auch der VfL hat seine Hände noch im Spiel bei Ihrer Zukunft. Wie ist Ihre Meinung: Kommen Sie denn zurück?

Es läuft noch die Hinrunde, das ist noch absolut kein Thema für mich. Wir haben sportliche Ziele, die wir erreichen wollen. Danach sehen wir weiter. Ich mache mir absolut keinen Druck und blende das Thema aktuell aus. Es wird die Zeit kommen, darüber nachzudenken. Aber die ist nicht jetzt. Jetzt liegt mein Fokus auf dem FC und dem Duell mit dem VfL.

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