Wolfsburg

Wolfsburger VW-Werk wird zur Opern-Bühne

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Das Volkswagen-Werk mit der Autostadt ist auch ein Ort kultureller Veranstaltungen. Nächstes Jahr soll eine Oper am Mittellandkanal aufgeführt werden.

Das Volkswagen-Werk mit der Autostadt ist auch ein Ort kultureller Veranstaltungen. Nächstes Jahr soll eine Oper am Mittellandkanal aufgeführt werden.

Foto: Julian Stratenschulte / picture alliance

Wolfsburg.  Statt Theater um VW gibt es im nächsten Jahr eine Oper bei VW. Vorstandschef Diess setzt sich für „Kultur für alle“ ein.

Volkswagen hat in der langen Unternehmensgeschichte ja schon so manches süffige Stück Unterhaltungsgeschichte geschrieben. Es müssen aber nicht immer Skandale sein, die da aufgeführt werden – es darf auch durchaus große Kunst sein. An die von Heinrich Nordhoff begründete Tradition, die VW-Hauptstadt zur Bühne so weltbekannter Großkünstler wie Stardirigent Herbert von Karajan zu machen, knüpft nun auch Vorstandschef Herbert Diess an. Er will im nächsten Jahr eine Oper direkt im Wolfsburger Stammwerk aufführen lassen.

Volkswagen fördert Kunst für alle

Das teilte der Manager auf seinem LinkedIn-Account am Wochenende mit. Allerdings verriet Diess noch nicht, was genau hinter diesem Projekt steckt. Auf jeden Fall steckt dahinter eine große Kulturoffensive der Wolfsburger, die gerade ihre Partnerschaft mit den Staatlichen Museen zu Berlin verlängert hat. „Volkswagen Art 4 All“ – also Kunst für alle – lautet das Motto, das unter anderem an einem Tag im Monat den freien Zutritt zu vielen Museen sponsert. „Volkswagen bekennt sich nachhaltig zu seinem Kultur-Engagement – das ist Teil unseren sozialen Engagement. Wir möchten Kultur mit diesem Projekt für alle zugänglich machen“, schreibt Diess. Zur im nächsten Jahr geplanten Opern-Aufführung im Stammwerk am Mittellandkanal verrät Diess noch keine Details. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung in der Tasche scheint der große Sanierer und Transformator Diess nun auch seine Liebe zur Konzernhauptstadt entdeckt zu haben. Wolfsburg darf sich bekanntlich über eine Mega-Investition in Höhe von rund 800 Millionen Euro für den TE-Neubau freuen und bekommt jetzt noch einen Kultur-Event dazu.

VW-Legende Nordhoff holte Karajan ins Werk

Gründungs-Generaldirektor Heinrich Nordhoff war in Sachen Kunst sicherlich das Vorbild aller folgenden Vorstandsvorsitzenden. Die VW-Legende war sehr ambitioniert, die gerade erst entstandene Stadt Wolfsburg, die im damaligen Zonenrandgebiet lag, deutschlandweit bekannt zu machen. Das gelang ihm unter anderem mit der mehrmaligen Verpflichtung der Berliner Philarmoniker unter dem charismatischen Stardirigenten Herbert von Karajan. Das Berliner Vorzeigeensemble trat 1958 in der Stadthalle auf und davor 1949 und 1955 in der Versuchshalle des Werkes. Werner Strauß vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, erläuterte dazu, VW habe in der Ära Heinrich Nordhoffs „kulturelle Glanzlichter“ in die Stadt geholt. Strauß weiter:. „Man kann eine Brücke bauen zwischen den kulturellen Veranstaltungen der damaligen Zeit und der Hochkultur, wie sie heute angeboten wird. Als Beispiel nannte er die beiden Auftritte des Starpianisten Lang Lang in den vergangenen Jahren in Wolfsburg. VW-Generaldirektor Nordhoff erläuterte seinerzeit das kulturelle Engagement Volkswagens. Demnach sollte den VW-Arbeitern und Angestellten nicht nur ein hoher Lebensstandard ermöglicht werden, sondern sie sollten auch die Gelegenheit haben, an kulturellen Entwicklungen und Werten teilzuhaben, die über denen der täglichen Bedürfnisse liegen.

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