VW Currywurst

VW streicht Currywurst – weitere Kantine wird fleischfrei

| Lesedauer: 3 Minuten
Die beliebte VW-Currywurst soll in einer Kantine vegetarischen Alternativen weichen.

Die beliebte VW-Currywurst soll in einer Kantine vegetarischen Alternativen weichen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Wolfsburg.  Der Wunsch nach Alternativen lässt die VW-Currywurst aus einigen Kantinen verschwinden. Auf das Original verzichten muss aber niemand.

Das Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg hat mehrere Kantinen – eine davon stellt ihren Speiseplan nun auf vegetarisch und vegan um. Statt der kultigen VW-Currywurst gibt es im Betriebsrestaurant des Markenhochhauses – der Verwaltungszentrale der Marke VW – nach dem Ende der Werksferien am 20. August Gemüse-Bowls und Burger mit Auberginen- oder Jackfruit-Patties.

VW-Chef Herbert Diess kommentiert das sogar auf der Internet-Plattform „Linked-In“. „Dieses Thema ist mir persönlich wirklich ein Anliegen: Das Essen in unseren VW-Kantinen. Es wird immer besser und gesünder!“, schreibt der Vorstandsvorsitzende dort. Wie ein dazugestelltes Video zeigt, geht Diess das vegetarische und vegane Angebot der Kantine mit dem VW-Gastronomie-Chef Nils Potthast gleich testen. Potthast leitet die VW-Gastronomie mit ihren standortweit 48 Kantinen in Deutschland seit November 2020 und ist ein mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneter Koch.

Werker forderten tägliches Currywurst-Angebot zurück

Bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover startete VW zuerst das vegetarische und vegane Angebot. Nun folgt die Kantine des Markenhochhauses in Wolfsburg. Laut einer Information von VW haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr fleischfreie und rein pflanzliche Mahlzeiten gewünscht. Außerdem hat sich VW grundsätzlich zum Ziel gesetzt, auch bei der Verköstigung der eigenen Beschäftigten klimafreundlicher vorzugehen. Das Stammwerk in Wolfsburg mit seinen rund 60.000 Beschäftigten würde wohl die größten gastronomischen Skaleneffekte innerhalb der deutschen VW-Standorte erzielen.

Aber nicht jeder sieht dem Abschied der Currywurst so freudig entgegen, wie der VW-Chef selbst. So wurde etwa der im Frühjahr 2020 eingeführte „Currywurst-Dienstag“ schon Ende vergangenen Jahres wieder abgeschafft, zumindest in der Kantine für die Werker aus Halle 54, die die Golfs zusammenschrauben. Sie beschwerten sich und forderten das tägliche Currywurst-Angebot zurück. Unterstützung erhielten sie vom Betriebsrat, der dafür sorgte, dass die beliebte Currywurst dann auch dauerhaft zurückkehrte.

Der für die Gastronomie zuständige Betriebsratskoordinator Sebastiano Addamo erklärte damals: „Zumindest in den großen Restaurants muss die Currywurst mit Pommes als Dauerangebot zurückkommen. Die Leitung der Gastronomie darf Corona nicht als Ausrede nehmen, um ihre modernen Ideen für den Speiseplan durchzudrücken.“

Bis 2025 kein Fleisch mehr aus Massentierhaltung

Wer in der Mittagspause Lust auf Currywurst hat, wird in den VW-Kantinen aber weiterhin fündig. Wenige Meter vom Markenhochhaus entfernt liegt etwa das nächste Betriebsrestaurant, in dem die „Originalteil“ genannte Wurst angeboten wird – auch in der vegetarischen und veganen Version.

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Bis 2025 will Volkswagen nach Angaben von VW-Chef Diess auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichten. Die Produkte für die Mahlzeiten kämen schon jetzt verstärkter aus der Region, der Bio-Anteil steige zudem. Diess schreibt: „Vielen Dank, Herr Potthast – Sie haben die Covid-Situation optimal genutzt, das Essen wird immer besser, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich auf leckere und gesunde Mahlzeiten freuen!“

In der Nachkriegszeit unterhielt Volkswagen einen Bauernhof mit Schweinezucht auf dem Werksgelände. 1973 wurde von einem Fleischer die VW-Currywurst zum ersten Mal hergestellt. Der Bauernhof verschwand irgendwann vom Werksgelände, die Fleischerei blieb.

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