Fußball-Deals sind für VW laut Stackmann jeden Cent wert

Wolfsburg  Vertriebsmanager: EM 2020 ist ideale Plattform für den Start der Elektro-Offensive der Marke VW.

Fußballer lieben eigentlich PS-starke Boliden. VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann ist aber davon überzeugt, dass sich auch die neuen Elektromodelle der Marke (hier der I.D. Crozz) über die Fußballschiene verkaufen lassen.

Foto: VW

Fußballer lieben eigentlich PS-starke Boliden. VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann ist aber davon überzeugt, dass sich auch die neuen Elektromodelle der Marke (hier der I.D. Crozz) über die Fußballschiene verkaufen lassen. Foto: VW

An Volkswagen kommt künftig weder beim DFB noch beim europäischen Verband UEFA jemand vorbei. Die Wolfsburger haben ihr jahrzehntelanges nationales und lokales Fußballsponsoring durch zwei Partnerschaften mit den mächtigsten Verbänden des Kontinentes gekrönt. DFB und UEFA haben sich das teuer bezahlen lassen. Aber die Kosten halten sich laut VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann für Europas größten Autobauer in Grenzen. Man habe das Geld aus bestehenden Finanz-Töpfen von Werbung und Kommunikation umgeschichtet, berichtet er auf der Mitarbeiter-Plattform „inside“. „Die Partnerschaften müssen und werden sich für unsere Marke rechnen – durch Image-Verbesserung, den Start der I.D. ­Familie, aber auch durch Extra-Verkäufe“, betont der Manager dort.

Ab 2019 löst VW beim mächtigen Deutschen Fußball Bund (DFB) Mercedes Benz als Automobilsponsor ab – die Stuttgarter chauffierten zuvor 45 Jahre lang Nationalmannschaft und Funktionäre. Der Stern war quasi wie ein zweites Nationalmannschaftswappen. Der neue Vertrag läuft nun fünf Jahre und soll VW jährlich bis zu 30 Millionen Euro für ein umfangreiches Sponsorenpaket kosten. Schon im nächsten Jahr wird VW Partner der UEFA. Das ist wichtig, denn alle Blicke sind auf die Europameisterschaft 2020 gerichtet. Sie stellt aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Wettbewerbes ein Novum dar. Die Spiele finden in 13 Ländern statt. „Von Russland bis Spanien, von Dänemark bis Italien wird gespielt – alles Volkswagen-Märkte. Nicht zu vergessen unser Heimatmarkt Deutschland. Wir wollen mit unserer Mobilität helfen, die Menschen zu verbinden. Allein unsere Fahrzeugflotte in 13 Länder zu bringen, ist logistisch eine riesige Aufgabe. Noch nie sind wir zudem ein länderübergreifendes Fußball-Sponsoring eingegangen und konnten somit unsere Marketing-Energie bündeln. Das ist ein riesiges Projekt, das – wie das gesamte Turnier – weltweit Aufmerksamkeit erfahren wird“, erläutert Vertriebsprofi Stackmann.

Die Kosten sind in diesem Fall nicht bekannt. Das Geld sei aber exzellent angelegt, argumentiert Stackmann: „Der Fußball soll uns dabei unterstützen, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Da passt es, dass die Europameisterschaft 2020 mit dem Verkaufsstart des I.D. zusammenfällt. Dann können wir mindestens einen ganzen Kontinent vom ersten Modell unserer innovativen I.D. Familie begeistern. Aber das ist nur ein Thema: Wir werden den Fußball nutzen, alle Modelle auch mit Benzin- oder Dieselmotor, kommende Sondermodelle und unsere Mobilitätsdienstleistungen zu bewerben.“

Man kann davon ausgehen, dass die Controller der Marke VW die Partnerschaften kühl kalkuliert und bewertet haben. Markenchef Herbert Diess ist einerseits kein ausgewiesener Fußball-Fan und zum anderen zu effizientem Handeln verpflichtet. Schließlich hat er dem Betriebsrat einen Zukunftspakt abgerungen, der den Arbeitnehmern einiges abverlangt. Da müssen gigantische Sponsoringverträge schon betriebswirtschaftlich begründbar sein. Sind sie, beteuert Vorstandskollege Stackmann gegenüber „inside“: „Mit klassischer Werbung erreichen wir nicht mehr alle bestehenden und neuen Kunden. Kommunikation durch Fußball-Sponsoring war für Volkswagen jedoch immer ein erfolgreicher Weg. Wo wir ein glaubhafter Partner des Fußballs waren, haben wir an Reputation gewonnen und auch deutlich mehr Autos verkauft. Das ließ sich messen. Und wir haben besonders bei den Engagements mit den Nationalteams und im DFB-Pokal gezeigt, dass wir kreativ sind.“

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