Nordsteimkerin: „Das war hier Klein Venedig“

Nordsteimke.  Mit dem Nasssauger versuchten Familie Mann und Feuerwehrleute bis tief in die Nacht, das Wasser aus dem Keller zu schaffen.

In der Straße Am Mooranger in Nordsteimke kam es zu heftigen Überschwemmungen.

In der Straße Am Mooranger in Nordsteimke kam es zu heftigen Überschwemmungen.

Foto: Privat

Anja Mann hat kurz Zeit für ein Telefonat. Sie klingt aufgewühlt. „Wir machen jetzt mal eine kleine Pause“, sagt die Nordsteimkerin am Sonntagabend. Hinter ihr liegen aufregende 24 Stunden. Das Gewitter für Samstagabend war angekündigt, dass es aber mit einer solchen Wucht kommen würde, hatte Familie Mann nicht gedacht.

„Hier ist fast jeder vom Unwetter betroffen“, berichtet Anja Mann. Keller sind vollgelaufen, Grundstücke und Straßen standen unter Wasser. „Das war hier Klein Venedig.“ In der Straße Am Mooranger wohnen die Manns. Das Wohngebiet liegt tiefer als der restliche Ort. „Es ist hier der tiefste Punkt“, berichtet Mann. Nun komme das neue große Baugebiet – und mit ihm neue ungeklärte Fragen. „Die Stadt kennt das Problem. Wir haben aber die Befürchtung, dass es durch das Baugebiet hier noch schlimmer wird“, erklärt die Nordsteimkerin im Hinblick auf das Abfließen des Wassers. „Nun hat die Stadt den Beweis, dass wir einem Unwetter dieser Größe nicht standhalten können. Wohin soll das Wasser denn fließen?“

Anja Mann erzählt, dass vor ihrer Haustür eine Kloake entstand. „Nachbarn haben sich einen Gummiball ausgeliehen, um den in die Toilette zu stopfen“, erzählt die Norsteimkerin. Sie selbst rief die Feuerwehr.

Mit dem Nasssauger versuchten sie bis tief in die Nacht, das Wasser aus dem Keller zu schaffen. Die Feuerwehrleute waren mit Kopf- und Taschenlampen ausgestattet, denn der Strom war für eineinhalb Stunden weg. Nachbarn ohne Kellerräume unterstützten ebenso.

„Wir haben bereits viele Kartons weggeschmissen“, berichtet sie. Unter dem Carport standen allerlei Gerätschaften wie ein Vertikutierer, ein Rasenmäher oder Hochdruckreiniger.

„Mein Mann testet alles nach und nach – mit der Hoffnung, dass alles noch funktioniert.“ Denn eine Versicherung, die Elementarschäden bei Hochwasser abdeckt, hat die Familie nicht. „In der Nachbarschaft gibt es eine Familie, die ist erst kürzlich eingezogen. Und nun haben sie gleich ein solches Unwetter, das solche Schäden gebracht hat, erleben müssen. Das tut mir so leid“, so Anja Mann.

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