Lebensraum Aller – Tiere sollen sich wieder wohlfühlen

Vorsfelde.  Volkswagen Umwelt und der Aller-Ohre-Verband machen den Lebensraum Aller fit für Dürreperioden.

Silke Westphalen (links, im Flussbett) und Ronald Moews (rechts) vom Aller-Ohre-Verband erklären Ute Lampe, zuständig für Biodiversität im Konzern, und Lars Keudel, Umweltschutz Werk Wolfsburg, wie das neu angelegte Kiesbett die Artenvielfalt in der Aller steigert.

Silke Westphalen (links, im Flussbett) und Ronald Moews (rechts) vom Aller-Ohre-Verband erklären Ute Lampe, zuständig für Biodiversität im Konzern, und Lars Keudel, Umweltschutz Werk Wolfsburg, wie das neu angelegte Kiesbett die Artenvielfalt in der Aller steigert.

Foto: Matthias Leitzke / Volkswagen AG

Wochenlange Dürren lassen die Pegelstände von Gewässern sinken – und stellen Flora und Fauna in Flüssen vor besondere Herausforderungen. Trockenperioden bringen auch den Lebensraum Aller in Gefahr. Mit ihrem gemeinsamen Projekt wollen der Aller-Ohre-Verband und die Volkswagen AG die ökologischen Bedingungen in dem Fluss verbessern.

Renaturierung umfasst knapp zwei Kilometer des Flusses

Auf einer Länge von 1,9 Kilometern – zwischen der Einmündung des Katharinenbachs und dem Düker am Mittellandkanal – wurde die Aller renaturiert, wie Volkswagen mitteilt. In den 1960er-Jahren war der Fluss in diesem Bereich begradigt worden, die Ufer teilweise mit Steinen befestigt. Durch geringe Fließgeschwindigkeit, fehlenden Schatten und erhöhte Stickstoff- und Phosphorkonzentrationen kam es in den Sommermonaten oftmals zu einer starken Verkrautung, heißt es in der Mitteilung.

Die Renaturierungsmaßnahmen, die im April 2019 abgeschlossen wurden, sollen die Entwicklung naturnaher Bedingungen dahingehend begünstigen, dass der Fluss künftig auch in Trockenphasen bessere Lebensbedingungen für seine Bewohner bietet. Zudem sollen die Auen künftig ihre wichtige Aufgabe als Grundwasserreservoir und Überschwemmungsbereich wieder übernehmen können.

Neue Habitate für Fische und Kleinstlebewesen

Nach der Renaturierung sorgen jetzt großflächig angelegte Kiesbänke und Einengungen für natürliche Strömungsunterschiede – und schaffen damit neue Habitate für Fische und Kleinstlebewesen. Durch den Einbau von sogenannten Buhnen wird wieder ein „schlängelndes Fließen“ im Gewässerbett erzeugt. Damit Tiere wie Kammmolch, Biber oder Fischotter sich in Zukunft dank des Renaturierungsprojekts in der Aller wohler fühlen, sorgen darüber hinaus neu gepflanzte Bäume auf der Böschungskante für die Beschattung des Fließgewässers.

Ziel der Projektpartner ist es, das bislang artenarme Sandbett der Aller, deren Wassertiefe im Sommer kaum noch als Lebensraum ausreichte, in ein artenreiches Biotop zu verwandeln. Der Angel- und Gewässerschutzverein Vorsfelde prognostiziert gar eine Verdopplung der Artenvielfalt, insbesondere bei den kieslaichenden Fischarten. Hier werden Barben und Neunaugen stark von den veränderten Lebensbedingungen profitieren, heißt es in der Mitteilung. Bereits nach kurzer Zeit erwarten die Experten einen starken Anstieg der Fischpopulation und aller anderen Wasserlebewesen. „Volkswagen ist sich seiner ökologischen Verantwortung für den Standort Wolfsburg bewusst. Da wir Überschusswasser in die Aller abgeben, ist uns ein vitales Gewässer ein besonderes Anliegen“, sagt Lars Keudel, zuständig für den Umweltschutz im Werk Wolfsburg. „Nachdem wir uns bereits für die Renaturierung der Allerniederung zwischen Kästorf und Warmenau engagiert haben, ist diese freiwillige Maßnahme ein weiterer Baustein, um die wertvollen Naturräume in der Region zu stärken.“ red

Diese freiwillige Maßnahme ist ein weiterer Baustein, um die wertvollen Naturräume in der Region zu stärken.
Lars Keudel,

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