Mit der Machete Paddel gezimmert

Vorsfelde  Fünf Vorsfelder Kampfsportler erleben ein unvergessliches Abenteuer im Dschungel von Französisch-Guayana – und schwärmen nach ihrer Rückkehr.

Eine Reise, die unvergesslich bleibt, vielleicht sogar das Leben verändert – dies erlebten die vier Männer, die unter Leitung von Kampfsportexperte Roger Meyer nach Französisch-Guayana reisten (WN berichteten).

Zehn Tage waren die Fünf im Land der Fremdenlegion der Grande Nation zu Wasser und zu Land unterwegs, schliefen unter freiem Himmel, ließen sich von allerlei unbekanntem Getier stechen und beißen, übten in brütender Hitze und bei ungewohnter Luftfeuchtigkeit Nahkampf und Überlebenstraining. Und sie erlebten Menschen, die die Männer zwischen Mitte 30 und Mitte 60 tief beeindruckt nach Deutschland zurückkehren ließen.

Zurück zum Anfang: Roger Meyer, Gründer der Vorsfelder Kampfsportakademie, selbst schon etliche Male – einmal auch in Begleitung seiner Ehefrau – nach Französisch-Guayana gereist, schlug den vier Sportlern seines Vorsfelder Trainingsstudios vor, die eigenen Grenzen einmal auf besondere Weise auszuloten. Das Quartett war sofort Feuer und Flamme, auch wenn keiner von ihnen jemals in derlei Regionen gewesen war.

Allein die Anreise von Wolfsburg dauerte 34 Stunden, Übernachtung auf Parkbänken vor dem geschlossenen Flughafen von Martinique inklusive. Von Sparouine in Französisch-Guayana ging es sodann mit Einheimischen per Auto und schließlich per Boot in den Dschungel zum Ausgangsort, an dem das Quintett sich selbst überlassen wurde.

Es folgten zehn Tage der Auseinandersetzung mit der Natur, mit schlauchendem Klima, völlig anderen Menschen und vor allem, die Auseinandersetzung mit sich selbst. „Es ist unglaublich, wie die Einheimischen mit so wenig glücklich sein können“, schildert Benjamin Boczkowski. „Das Ganze war ein einzigartiges Erlebnis. Ich liebe die Natur sehr und würde die Reise jederzeit wieder machen – nicht zuletzt auch wegen des tollen Teams, in dem wir unterwegs waren.“

Jederzeit mit den Freunden wieder losziehen würde auch Thomas Fancello (45). „Es war zwar sehr anstrengend, aber jetzt sehe ich vieles auch aus einem anderen Blickwinkel. Das, was wir hier haben und wie wir hier leben, bekommt eine andere Bedeutung.“

Lothar Schütze würde den Trip gern nochmal in der Regenzeit machen, dann, wenn die Natur noch einmal anders zum Leben erwache. „Es war eine große körperliche Anstrengung. Ich habe acht Kilo verloren, aber die Eindrücke möchte ich nicht missen. Nicht zuletzt die Menschen dort haben mich tief beeindruckt“, sagt der 63-Jährige.

Durchhalten, improvisieren, mit immer anderen Bedingungen klar kommen, dies war die Herausforderung im Dschungel zu jedem Moment. Aus einem Baumstamm ein Holzpaddel zimmern, aus Flusswasser Trinkwasser werden lassen, dem Juckreiz durch ungezählte Insektenstiche und -bisse widerstehen, das Quintett aus Wolfsburg war reichlich gefordert. Jagd auf Geier lohnt nicht, lernten die Dschungel-Novizen, die schmecken nicht. Zudem sollte die Taschenlampe nachts möglichst ausbleiben, es gibt Schlangen, die fürs Leben gern im grellen Lichtstrahl zubeißen.

„Man kann es nicht in Worte fassen, was wir alles gesehen und erlebt haben“, zeigt sich David Boczkowski (40) nach der Rückkehr aus Französisch-Guayana begeistert. „Ein großer Traum von mir ist in Erfüllung gegangen. Die Bevölkerung dort, unser Team – das sind Erlebnisse, die man niemals vergisst.“

Der Expeditionsleiter selbst gibt das Lob an seine Schützlinge nur zu gern zurück. „Es war mir eine große Ehre, diese besondere Reise mit diesem Team zu absolvieren. Es ist ein so wunderbares Land mit so herzensguten Menschen, und eine solche Unternehmung ist niemals allein, sondern immer nur als Teamleistung möglich.“

Achtmal war Roger Meyer schon im Land der französischen Fremdenlegion. Und die Region zieht weiter in ihren Bann: Kaum, dass die Fünf zurück in Wolfsburg waren, wurde das Training wieder aufgenommen ...

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder