Wolfsburg: Nebenwache-Neubau im Heinenkamp sorgt für Unmut

Heiligendorf.  Der Leiter der Berufsfeuerwehr erläutert den Sinn der Zwei-Wachen-Strategie.

Das Thema, das für solchen Unmut sorgte: Der geplante Neubau der Wolfsburger Hauptwache plus die Entstehung einer Nebenwache im Gewerbegebiet Heinenkamp.

Das Thema, das für solchen Unmut sorgte: Der geplante Neubau der Wolfsburger Hauptwache plus die Entstehung einer Nebenwache im Gewerbegebiet Heinenkamp.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de / Archiv

„Da entsteht eine Palastwache.“ Scharfe Kritik gab es in der jüngsten Ortsratssitzung in der Heiligendorfer Sporthalle von einem Hattorfer Bürger. Das Thema, das für solchen Unmut sorgte: Der geplante Neubau der Wolfsburger Hauptwache plus die Entstehung einer Nebenwache im Gewerbegebiet Heinenkamp. Kosten von insgesamt bis zu 115 Millionen Euro entstehen. Die zweite Wache soll auf einer freien Fläche an der Landesstraße 294 gegenüber dem Hagebaumarkt im Lindenkamp errichtet werden. Hier kalkuliert die Stadt mit Kosten zwischen 30 und 35 Millionen Euro. Diese wurde von dem Hattorfer als „Dornröschenwache“ bezeichnet. Und die Befürchtung: „Das ist der Tod der Freiwilligen Feuerwehren.“

„Dieser Bau ändert nichts an den Alarmbereichen“

„Dieser Bau ändert nichts an den Alarmbereichen, nichts an den Ausrückebereichen. Es bedeutet nicht den Tod der Freiwilligen Feuerwehren“, stellte wenig später Manuel Stanke klar. Der Leiter der Berufsfeuerwehr wohnte der Sitzung bei, um den Mitgliedern und Bürgern zu erklären, warum die Zwei-Wachen-Strategie Sinn ergebe. „Die Hauptwache ist im Norden der Stadt“, berichtete Stanke. Ein Standort im Süden für die Nebenwache habe sich daher angeboten. „Um die Fahrzeiten zu verringern“, betonte der BF-Leiter. Für den Bau stünde ein städtisches Grundstück zur Verfügung. Er schloss nach einer Frage von Ortsratsmitglied Andreas Popihn (PUG) nicht aus, dass die Berufsfeuerwehr auch das Gewerbegebiet, das am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter (A 2/A 39) entstehen soll, vom Heinenkamp aus mitversorgen könnte.

Doch noch ist das Zukunftsmusik: Baubeginn im Lindenkamp wäre 2025, die Inbetriebnahme 2027. „Wir würden erst einmal mit einer halben Zugstärke starten“, berichtete Stanke.

Ortsbürgermeister Marco Meiners: Das Ehrenamt müsse weiter gefördert und im Blick behalten werden

Einen richtigen Aufstand hätte die Stadt erleben können, wenn dem Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Hattorf nicht zugestimmt worden wäre, sagte Detlef Barth (PUG). „Die Befürchtungen waren da.“ Denn Wirbel hatte es um die Äußerung von Kämmerer Andreas Bauer gegeben. Der hatte noch Ende Sepmteber erklärt, dass dafür kein Geld da sei. Nach einem gemeinsamen Antrag von FDP, PUG, SPD und Linke und Piraten, den Neubau in den Haushaltsplan wieder mit aufzunehmen, hatte Bauer im Feuerwehrausschuss vergangene Woche gesagt: „Wenn wir diese Maßnahme streichen, machen wir eine Menge im Ehrenamt kaputt.“

Für Ortsbürgermeister Marco Meiners (FDP) stand am Ende der Diskussion um den Wachenneubau jedenfalls fest: „Ich stimme der Vorlage zu, schließlich geht es hier um Menschenleben. Doch auch ich möchte meine Befürchtungen noch einmal zum Ausdruck bringen. Die Freiwilligen Feuerwehren sind sehr wichtig. Die Motivation ist auch, als Erster am Einsatzort zu sein – und nicht das Gefühl zu bekommen, nur noch für die Aufräumarbeiten da zu sein.“ Das Ehrenamt müsse hier weiter gefördert und im Blick behalten werden.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder