Hallo von der anderen Seite

Neuhaus  Gastkünstler Simon Metzger zeigt eigene Werke in den Galerieräumen auf Burg Neuhaus. Die Ausstellung läuft bis zum 24. September.

Simon Metzgers Bilder bezeichnet Gabriel Negraschus von der Universität Salzburg als „naturalistisch und auch surrealistisch“.

Simon Metzgers Bilder bezeichnet Gabriel Negraschus von der Universität Salzburg als „naturalistisch und auch surrealistisch“.

Neue Töne füllen am Sonntagvormittag die Atelierräume auf der Burg Neuhaus. Criminal Romanticism erzeugen sie mit verhaltener, gewollt gleichförmiger Stimme ihrer Sängerin, der einen oder anderen Bewegung einer Taste auf ihren Keyboards, vor allem aber einer direkten Mischung von elektronisch verfügbaren Klängen. Mit einer angenehmen, auch unheimlichen Wirkung.

Die Musik verleiht den Bildern von Simon Metzger eine akustische, klangliche Dimension. Metzger, 1984 in Karlsruhe geboren, malt Zirkustiere, Artisten und Direktoren, auch Szenen aus Aufführungen in Opernhäusern und Theatern oder menschliche Urängste.

Die Bilder sind, wie Gabriel Negraschus von der Universität Salzburg erläuterte, „naturalistisch und auch surrealistisch“. Das sieht konkret so aus: Der Zirkusdirektor trägt ein blaues, an Husarenuniformen erinnerndes Jackett, ist aber ein Skelett. Der Wahrsager liest aus seinen Karten die Zukunft, doch eine dritte Hand hält weitere Karten, vor seinem Gesicht trägt er eine dämonische Maske. Der Billardspieler im hellgrünen Saal bewegt mit seinem Queue Kugeln, die auch im Raum schweben. Die Schöne mit Beinen, die in einem Fischschwanz enden oder die Frau, deren nackter Oberkörper aus einem Zeltdach emporragt, sind vielleicht sexuelle Vorstellungen eines jungen Mannes.

Gleichviel, Metzger geht es um das Gegenüber, den Dialog mit einem anderen Menschen, der sich auf einer realen wie auf einer transzendentalen Ebene abspielen könnte. Da ist da, was wirklich sichtbar ist. Da ist auch da, was sich im Innern abspielt. Ein Wahrsager, der Übles vorhat, ein schönes Mädchen, das kühl oder beweglich wie ein Fisch im Wasser sein könnte.

Der Meisterschüler des Aktionskünstlers John Bock und ehemalige Student Friedemann Hahns hat eine eigene Form gefunden. Den Aktionismus malt er, die Vorlagen liefert ihm der Film, zudem Fotos und Musik. Es sind romantisch-mystische Bilder, die Laudator Negraschus in die Nähe von Giorgio Di Chiricos „pittura metafisica“ rückte.

Ingrid Eichstädt vom städtischen Kulturwerk, erinnerte in ihrer Begrüßung daran, dass der erste Leiter der Städtischen Galerie Wolfsburg, Klaus Hoffmann, Friedemann Hahn eine erste Ausstellung widmete. Sie hob zudem das Engagement der Burgkünstler hervor, deren neues Mitglied Bettina Hackbarth diese Ausstellung organisiert hat.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder