Neue Impulse auf Burg Neuhaus

Neuhaus  Eine Sammelausstellung zeigt Werke von sechs Künstlern.

Die Ausstellungseröffnung auf Burg Neuhaus war sehr gut besucht. WN-Redakteurin Eva Hieber führte in die gezeigten Werke ein.

Die Ausstellungseröffnung auf Burg Neuhaus war sehr gut besucht. WN-Redakteurin Eva Hieber führte in die gezeigten Werke ein.

Foto: regios24/Helge Landmann

Auf den Treppen in der sanierten Burg Neuhaus improvisieren Adriana und Peter Schiffers auf slowakischen Obertonflöten sanfte, lockende Melodien. Unterhalb und oberhalb der Treppen verstummen am Sonntagvormittag die Gespräche der unzähligen Gäste dieser Vernissage der sechs Burgkünstler.

Als „HotSpot“ der Wolfsburger Kunstszene bezeichnet Stefan Krieger diese in der Nachfolge der legendären „Schlossstraße 8“ stehende Künstlergruppe, die sich „neu gemischt“ und deshalb auch ihre Ateliers geöffnet habe. Der städtische Geschäftsbereichsleiter Kultur erläutert, dass Bettina Hackbarth und Walter Winter hinzugekommen, Ingrid Cremer, Rosi Marx, Hella Neß und Doris Weiß geblieben seien.

Bettina Hackbarth erhofft sich neue Impulse durch ihren Beitritt. Elvira Herrmann vermisst diesen Austausch. Sie verließ wie Heiko Tappenbeck und Marianne Beckert-Hennig die Künstlergruppe. In deren Kunst führt Eva Hieber ein. Die junge Kulturredakteurin versteht ihre prägnante, die einzelnen Werke charakterisierende Einführung als „Anregungen zu eigenen Entdeckungen“. Diese Entdeckungsreise führt zu wieder helleren Malereien, schwarzen und weißen Plastiken Ingrid Cremers, in denen sie „Verborgenes und Geheimnisvolles“ visualisiere.

Mit aufspringenden Knospen thematisiere Bettina Hackbarth die sich „stets erneuernde Kraft der Natur“ im Frühjahr. Erneuerung kennzeichnet auch die Arbeiten von Rosi Marx, die alltägliche Gegenstände aufsammelt und in Collagen andere Bedeutungen gebe.

In der Verbindung von Seide und Wolle drückt Hella Neß in ihren jüngsten Bildern Gegensätze aus, die sich miteinander zu neuen Aussagen verbinden. Angeregt von Albrecht Dürers „Adam und Eva“ interpretiert Doris Weiß die Frage des Sündenfalls neu. In ihren zarten, mehrlagigen Bildern hält Adam den Apfel in der Hand. Walter Winter geht in frischen Arbeiten auf die Kolonialisierung Afrikas ein, die Zerstörung alter Reiche, die Ausbeutung, den Hunger.

„Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle“ schreibt Erich Kästner in „Der Mai“, vertont vorgetragen gesungen von Adriana Schiffers. Sie hält hier für samt und sonders neue Arbeiten einer Künstlergruppe, die zu den kleinen „das Kulturleben bereichernden Initiativen“ gehört, betont Eva Hieber.

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