Schwimmen lernen

Mobile Schwimmschule bietet in Wolfsburg Kurse für Kinder

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Schwimmlehrer Nils Leitloff (im Wasser) und Chris Gipser bringen jungen Menschen im Pool Schwimmen bei.

Schwimmlehrer Nils Leitloff (im Wasser) und Chris Gipser bringen jungen Menschen im Pool Schwimmen bei.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Sandkamp.  Es gibt in Wolfsburg nicht genügend Schwimmbahnen – und immer mehr Kinder können nicht schwimmen. Am Hotel Jott in Sandkamp steht nun ein Pool.

„Ich rechne mit einer ganzen Generation, die nicht schwimmen lernen konnte“ – so äußerte sich jüngst Franziska van Almsick, prominente Leistungsschwimmerin und mehrfache
Europa- und Weltmeisterin. Doch wenn das Konzept der Schwimm- und Rettungsschule Leitloff und Gipser aufgeht, trifft das bald nicht mehr auf Wolfsburg zu. „Ende August werden hoffentlich alle Wolfsburger Kinder, die dann eingeschult werden, das Seepferdchen-Abzeichen besitzen“, gibt sich Nils Leitloff, Inhaber der Schwimmschule, optimistisch.

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„Insgesamt lernen immer weniger Kinder schwimmen“

Weil in der VW-Stadt die Kapazität an Schwimmbahnen der Nachfrage nach Schwimmkursen nicht gerecht wird, hat Nils Leitloff in die Trickkiste gegriffen: Am Wochenende wurde auf der Wiese hinter dem Parkplatz des Hotels Jott in der Stellfelder Straße 42 in Sandkamp ein mobiler Pool aufgebaut. „Insgesamt lernen immer weniger Kinder schwimmen. Durch Corona ist ein Kursstau entstanden. Dem wollen wir entgegenwirken, denn jeder sollte schwimmen können. Schwimmen gehört einfach zum Leben dazu“, betont der Chef der Schwimmschule, die seit einem Jahr in Wolfsburg tätig ist.

Schon im Januar hatte der ausgebildete Fachangestellte für Bäderbetriebe Kontakt mit dem Anbieter aus Nordrhein-Westfalen aufgenommen: „Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, damit der Pool nach Wolfsburg kommt. Der ist sonst bei Spielshows in Fernsehsendungen im Einsatz.“ Nils
Leitloff ist froh, dass er sich mit der Firma auf einen längeren Vertrag für die gesamten Sommerferien einigen konnte: „Wir testen das Becken jetzt für zwei Monate.“

„Das Becken hat die optimale Größe für Schwimmkurse“

Zehn Stunden hat es gedauert, bis das Gestell montiert, die Folie reingezogen und die Sichtschutz-Verkleidung aus ganz dünnen Weidenstöcken aufgebaut waren. Hinzu kommt die komplette Technik, die in etwa dem entspricht, was auch in Freibädern zur Anwendung kommt. Zwölf mal acht Meter misst die Wasserfläche, Tiefe: 1,30 Meter. „Damit hat das Becken die optimale Größe für Schwimmkurse“, verspricht Nils Leitloff. Dann wurde das Wasser eingelassen, das hat jetzt eine „Wohlfühltemperatur“ von
29 Grad Celsius. „Aber erst nach 48 Stunden darf der Erste ins Wasser“, verrät der 22-Jährige. Denn erst dann hat sich das Chlor in jedem Winkel des Beckens ausgebreitet. Ein Festzelt dient als Umkleide.

Die Seepferdchenkurse sind in den kommenden zwei Wochen ausgebucht

Am Montag nun starteten die ersten Seepferdchenkurse. „Es geht vor allem darum, die Kleinen spielerisch und entspannt ans Wasser zu gewöhnen“, erläutert Inhaber Chris Gipser. Alle halbe Stunde schnappten sich fünf Kinder ein Schwimmbrett, bekamen einen Schwimmgurt um den Bauch geschnallt und Schwimmflügel über die Ärmchen gezogen, und dann heiß es: „Ab ins warme Nass.“ Ausfallen würde der Kurs übrigens nur bei Gewitter. Chris Gipser: „Regen ist kein Grund, nicht zum Schwimmunterricht zu kommen. Schließlich wird man sowieso nass. Da ist es egal, wenn auch noch ein paar Tropfen von oben dazukommen.“ Um den Pool nachts vor Auskühlung zu schützen, wird dieser mit einer Plane abgedeckt.

Die Seepferdchenkurse sind in den kommenden zwei Wochen ausgebucht. Freie Kapazitäten gibt es ab dem 18. Juli, auch im August werden durchgehend Kurse angeboten. Kosten: 130 Euro. Plätze sind auch im Fortgeschrittenenkurs, der zum Ziel hat, die Schwimmabzeichen in Bronze und Silber zu erwerben, vom 11. bis 22. Juli frei.

Zum Buchungsportal geht es unter https://www.schwimm-und-rettungsschule.de/sandkamp-wolfsburg/.

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