In Wolfsburg gilt Ausgangssperre – Distanzunterricht ab Montag

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Leere Plätze, leere Straßen – in der Wolfsburger Innenstadt wird es nachts mit der neuen Ausgangssperre voraussichtlich noch ruhiger.

Leere Plätze, leere Straßen – in der Wolfsburger Innenstadt wird es nachts mit der neuen Ausgangssperre voraussichtlich noch ruhiger.

Foto: Archivfoto: Darius Simka / regios24

Wolfsburg.  In Wolfsburg gilt seit Samstag um Mitternacht erneut eine Ausgangssperre. Die Schulen schließen am Montag - auch für Abschlussklassen.

Wer gerne seinen Einkaufswagen spätabends durch den Supermarkt schiebt oder mit einem nicht im selben Haushalt lebenden Freund ein Bierchen unter dem Sternenhimmel zischt, muss darauf vorerst verzichten. In Wolfsburg gilt wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Sie ist am Samstag um Mitternacht in Kraft getreten.

Die Ausgangssperre beruht auf dem am Mittwoch vom Bundestag geänderten Infektionsschutzgesetz, das nun auch den Bundesrat passierte und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet wurde. Die „Bundes-Notbremse“ sieht in Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr vor. Bis Mitternacht darf man aber immerhin noch allein spazieren gehen oder joggen.

In Wolfsburg sind die Corona-Infektionszahlen momentan so hoch, dass der Krisenstab zwischenzeitlich sogar überlegte, zur Überbrückung der Nächte bis zum Inkrafttreten der Bundesbremse doch wieder eine Ausgangssperre zu verhängen. Oberbürgermeister Klaus Mohrs hatte die vor Ostern verhängte Ausgangsbeschränkung nach ihrem Auslaufen am 13. April zunächst nicht verlängert, um die zu diesem Zeitpunkt bereits angekündigte bundeseinheitliche Regelung abzuwarten.

Ausgangssperre in Wolfsburg ab dem Wochenende, Distanzunterricht ab Montag

Da betrug die Sieben-Tage-Inzidenz in Wolfsburg 205. In den Folgetagen sank sie auf 171, schnellte jedoch jüngst wieder nach oben. Am Donnerstag lag der Wert bei 212 und damit den zweiten Tag in Folge über 200.

Unmittelbare Auswirkungen hat die Bundesbremse auf Wolfsburger Grundschüler und ihre Eltern. Ab Montag sind die Grundschulen wie alle allgemeinbildenden Schulen und auch die Berufsschulen im Distanzunterricht. Das teilt die Kommune am Samstag mit.

Auch für Abschlussklassen und Förderschulen gibt es keine Ausnahmen. „Lediglich die Durchführung von Prüfungen, Klausuren und Klassenarbeiten, Lernfördergruppen und die Nutzung der Lernzentren werden vor Ort erlaubt sein“, teilt die Stadt mit. Die Maßnahme gilt zunächst für eine Woche.

Eine Notbetreuung soll stattfinden. Eltern, Erziehungsberechtigte und Schüler seien bereits per Elternbrief informiert worden.

Stadt kündigt Informationen zur Notbremse an den Schulen in Wolfsburg an

Die bundesweite Notbremse wird an den Schulen gezogen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165 liegt. In Wolfsburg ist dieser Wert seit zehn Tagen überschritten.

Weitergehende Informationen zu den Schulen und Kitas will die Kommune am Freitag und am Wochenende auf ihrem Internetportal zur Verfügung stellen. Schuldezernentin Iris Bothe kündigt in einem dort veröffentlichten Elternbrief Videokonferenzen mit allen Schulen am Freitagvormittag an. „Ich hätte Ihnen schon gern jetzt alle Informationen an die Hand gegeben. Leider liegen diese aber noch nicht vor“, schreibt sie.

52 Corona-Neuinfektionen in Wolfsburg

Einen Hoffnungsschimmer gibt es für den Einzelhandel. Laut Infektionsschutzgesetz dürfen Geschäfte den Einkauf mit Termin und negativem Coronatest bis zu einer Inzidenz von 150 ermöglichen. In Niedersachsen mussten sie bislang schon nach Überschreiten der 100er-Schwelle schließen. Auch war Wolfsburgs Bewerbung als Modellkommune vom Land abgelehnt worden, weil die Inzidenz über 100 lag.

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