Katholische Beratungsstelle in Wolfsburg soll schließen

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Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Wolfsburg soll geschlossen werden

Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Wolfsburg soll geschlossen werden

Foto: Dekanat Wolfsburg-Helmstedt

Wolfsburg.  Das Bistum begründet die Entscheidung mit einer Umstrukturierung, bei der von bisher 18 auf dann 6 Beratungsstellen bistumsweit reduziert wird.

Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) in Wolfsburg soll geschlossen werden. Diese Entscheidung teilte die Leitung des Bistums Hildesheim, das Träger der EFL ist, Pfarrer Thomas Hoffmann per Brief mit, wie aus einer Mitteilung des Dekanats Wolfsburg-Helmstedt hervorgeht.

Das Bistum begründe die Entscheidung zum einen mit einer Umstrukturierung der Beratungslandschaft des Bistums, bei der von bisher 18 auf dann 6 Beratungsstellen bistumsweit reduziert wird, zum anderen spielten finanzielle Einsparungen bei der Entscheidung eine Rolle.

Pfarrer Thomas Hoffmann kann die Entscheidung des Bistums nicht verstehen

Für Pfarrer Thomas Hoffmann ist die Entscheidung des Bistums inhaltlich nicht nachvollziehbar: „Die kirchliche Beratungsarbeit wird von vielen Menschen, auch von Nichtchristen, sehr geschätzt und genießt hohe Anerkennung. Sie lebt die Nähe zu den Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. Sie ist Seelsorge pur. Ein Rückzug aus der Beratungsarbeit ist keine kluge Entscheidung der Kirche.“

Oberbürgermeister Klaus Mohrs reagiert bestürzt

Oberbürgermeister Klaus Mohrs reagierte auf die Nachricht von der Schließung ebenfalls bestürzt: „Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung beider Kirchen ist seit Jahrzehnten ein ganz wesentlicher Teil der Beratungshilfen in unserer Stadt. Schon sehr häufig habe ich von Menschen erfahren, dass die Beratungsstelle ihnen in Krisenzeiten entscheidend geholfen hat. Und gerade in dieser Pandemie-Situation sind viele Menschen darauf angewiesen, dass ihnen andere zuhören und ihnen auch wichtige Orientierung in ihren Familien geben. Diese wichtige Arbeit leisten die EFL-Beratungsstellen in unserer Stadt, und diese Arbeit ist auch in Zukunft nötig.“

Die Entscheidung soll überdacht und zurückgenommen werden

Die Leiterin der EFL, Francesca Cannella-Jung, berichtet, dass der überwiegende Teil aller Klienten und Klientinnen, die die Beratungsstelle aufsuchen, zwischen 30 und 50 Jahren alt ist. „Familiäre Anforderungen und eigene Bedürfnisse sowie Vorstellungen über das berufliche Fortkommen müssen in Einklang gebracht werden. Je besser es Elternpaaren und Alleinerziehenden gelingt, ihre Erziehungs- und Rollenvorstellungen zu klären, desto besser ist der Rahmen für die Entwicklung der Kinder gesteckt. Unsere Beratungsarbeit leistet einen hohen Beitrag zum Wohle von Familien.“

Oberbürgermeister Mohrs, Pfarrer Hoffmann und der Dekanatspastoralrat des Dekanats Wolfsburg-Helmstedt haben bereits Kontakt zur Bistumsleitung aufgenommen, ihre Argumente vorgebracht und darum gebeten, dass die Entscheidung überdacht und zurückgenommen wird.

Jährlicher Zuschuss von der Stadt Wolfsburg

In der katholischen EFL mit ihrem Sitz in der Kleiststraße arbeitet ein Team mit zwei Beraterinnen und einer Sekretärin. Die Beratungsstelle wird jährlich mit einem Zuschuss von der Stadt Wolfsburg unterstützt. Neben der Beratungstätigkeit arbeitet die EFL in verschiedenen kommunalen Netzwerken mit und ist Kooperationspartnerin der katholischen Kindertagesstätten in der Stadt.

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