Kranker Wolfsburger: Frau hofft auf letztes gemeinsames Fest

Wolfsburg.  Hunderte haben am Schicksal des krebskranken Wolfsburgers Jens Prügner und seiner Familie Anteil genommen. Doch ein Happy End ist nicht in Sicht.

Jens Prügner, hier mit seiner Tochter, ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt.

Jens Prügner, hier mit seiner Tochter, ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt.

Foto: Nina Prügner Zappert / Privat (Archiv)

Damit Nina Prügner Zappert ihrem Mann Jens in schweren Zeiten beistehen kann, spendeten in den vergangenen Monaten fast 800 Menschen für die Wolfsburgerin und ihre Familie. Doch die Operation, in die das Paar all seine Hoffnungen setzte, hat dem krebskranken Jens Prügner sehr zugesetzt. Nina Prügner-Zappert hofft inzwischen nur noch auf ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest.

Seitdem Ärzte in München Anfang Oktober einen großen Tumor von Jens Prügners Speiseröhre entfernten, hat der 40-Jährige schon die dritte Lungenentzündung. Weil er nach dem Eingriff ständig krank war, konnte keine weitere Chemotherapie stattfinden. Die Krebsmetastasen breiten sich ungehindert aus.

Nina Prügner Zappert: „Mit 40 klammert man sich an jeden Strohhalm“

Anfang dieser Woche wurde Jens Prügner in ein onkologisches Zentrum in der Nähe des Chiemsees verlegt. „Es sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Es ist einfach nur schlimm“, sagt seine Frau. Nina Prügner Zappert wartete am Dienstag noch auf Klarheit, ob die Ärzte in Bad Trissl doch noch irgendetwas für ihren Mann tun können, oder ob er für die Zeit, die ihm bleibt, nach Wolfsburg zurückkehren soll.

„Wir haben so eine Hoffnung in diese OP gesetzt. Mit 40 klammert man sich an jeden Strohhalm“, sagt sie. Die Enttäuschung und die Belastungen der letzten Monate sind der Wolfsburgerin am Telefon anzuhören. Sie pendelt ständig zwischen Wolfsburg und Bayern, fast immer begleitet von ihren Kindern und ihrer Schwägerin. Dafür, dass sie die Fahrtkosten und die Miete für die Ferienwohnungen bestreiten kann, haben Spender auf der Online-Plattform Betterplace mit fast 13.000 Euro gesorgt.

Wolfsburger Ehepaar unterstützt die Wolfsburger Familie mit Rat und Tat

Dafür ist Nina Prügner Zappert sehr dankbar. Auch dafür, dass sich nach einem Zeitungsbericht über die Spendenaktion ein Wolfsburger Ehepaar bei ihr meldete, Anteil nimmt und sie mit Rat und Tat unterstützt. „Wir telefonieren jeden Tag“, erzählt sie. „Ich bin froh, dass ich sie habe.“ Denn für ihre Angehörigen gehe das Leben auch weiter.

Am Dienstag hielt sich die Wolfsburgerin in der Heimat auf. Am Morgen hatte sie lange über Videotelefonie mit ihrem Mann gesprochen, wie immer, wenn sie nicht bei ihm in Bayern sein kann. „Ich habe nur die Hoffnung, dass wir Weihnachten mit ihm verbringen können. Aber im Moment sieht das, glaube ich, nicht so gut aus“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich hoffe immer noch auf ein Wunder.“

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