Väter enttäuscht über Wechsel in Wolfsburger Erziehungsberatung

Wolfsburg.  Dezernentin Iris Bothe verspricht: Das Beratungsangebot wird auf jeden Fall aufrechterhalten.

Ihren Unmut über personelle Veränderungen in der Erziehungsberatung äußerten mehrere Väter aus Wolfsburg und Umgebung in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag.

Ihren Unmut über personelle Veränderungen in der Erziehungsberatung äußerten mehrere Väter aus Wolfsburg und Umgebung in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag.

Foto: Markus Kutscher

Mit zum Teil emotionalen Worten brachten mehrere Väter ihren Unmut über die personellen Veränderungen in der städtischen Erziehungsberatung zum Ausdruck. „Ich kann nur ein guter Vater sein, wenn es mir gut geht. Aber mir geht es nicht gut“, sagte Wolfgang Ritzau in der Einwohnerfragestunde des Jugendhilfeausschusses. Der Vater von zehnjährigen Zwillingen berichtete, er versuche seit zwei Wochen vergeblich einen Beratungstermin zu bekommen. „Wie und wann geht es weiter?“, fragte Ritzau.

Als würde der Stecker gezogen

Diese und weitere Fragen brannten auch sechs anderen Vätern aus Wolfsburg und Umgebung unter den Nägeln. Ralf Hentschel nimmt das Angebot der Erziehungsberatung und der Vätergruppe seit 17 Jahren in Anspruch. Ihm geht es wie Marc Imroth: „Es fühlt sich an, als wird einem von einem Tag auf den anderen der Stecker gezogen.“ Auch Michael Lehmann und Jens Benter äußerten ihr Unverständnis über die Umstrukturierungen kurz vor Weihnachten, von der sieben zum Teil langjährige Mitarbeiter betroffen sind. „Wie ist das zu rechtfertigen? Es wurde das Herzstück aus der Erziehungsberatung entfernt. Für mich ist das ein Skandal“, meinte Lehmann.

Varga verspricht: Erziehungsberatung berät weiter

Die Gründe für die Umstrukturierungen seien intern und könnten nicht öffentlich dargelegt werden, sagte Katharina Varga. Die Jugend-Geschäftsbereichsleiterin bezog verständlicherweise zu einzelnen Personalien mit Verweis auf den Datenschutz keine Stellung. Aber sie versicherte: „Die Erziehungsberatung berät weiter und vergibt auch Termine.“ Gebe es Probleme, sollten sich die Betroffenen direkt an sie wenden, sagte Varga und versprach: „Jeder, der dringend einen Beratungstermin benötigt, bekommt von uns auch Angebote.“

Varga machte deutlich, dass die Stadt die bewährten Angebote weder kürze oder einstelle. „Alle Gruppen- und Beratungsangebote bleiben bestehen. Wir werden kein Personal abbauen“, betonte Varga. Gleichzeitig räumte sie ein, dass es derzeit viele Vakanzen gebe. Das liege einerseits an Jahreszeit bedingten Krankheitsfällen sowie an Mitarbeitern, die zu den Risikogruppen zählen und vor einer Coronainfektion geschützt werden müssten. „Das ist ein grundlegendes Problem und betrifft auch andere Beratungsbereiche.“

Bothe: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.“

Auch Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung und Integration, unterstrich, dass die Stadt das Beratungsangebot aufrechterhalten werde. „Ihre Anwesenheit zeigt, dass wir mit unserem Angebot den Nerv und die Bedürfnisse treffen“, sagte Bothe in Richtung der Väter. Die Entscheidung für eine Umstrukturierung in der Erziehungsberatung sei keineswegs leichtfertig getroffen worden. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, betonte Bothe.

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