Wolfsburgs Radschnellweg: Ein Stück Straße muss weichen

Wolfsburg.  Vier Meter breit plant die Stadtverwaltung Wolfsburgs ersten Radschnellweg. Zum Teil soll die Nordsteimker Straße dafür etwas schmaler werden.

Am Steimker Berg will die Stadtverwaltung ein Stück der Nordsteimker Straße für Wolfsburgs ersten Radschnellweg abknapsen. Der soll dazu beitragen, die Einfallstraße vor dem Verkehrskollaps bewahren.

Am Steimker Berg will die Stadtverwaltung ein Stück der Nordsteimker Straße für Wolfsburgs ersten Radschnellweg abknapsen. Der soll dazu beitragen, die Einfallstraße vor dem Verkehrskollaps bewahren.

Foto: Yvonne Nehlsen / regios24 (Archiv)

Einen Beitrag zur Entspannung des morgendlichen Schichtverkehrs soll Wolfsburgs erster Radschnellweg leisten. Damit die bis zu vier Meter breite Trasse von Hehlingen bis zum Berliner Ring neben die Nordsteimker Straße passt, plant die Kommune, auf einem Abschnitt in Innenstadtnähe ein Stück von der Fahrbahn abzuknapsen.

Thema war das 10-Millionen-Euro-Vorhaben, das zu 75 Prozent vom Land finanziert wird, jetzt im Bauausschuss. Dort lobte der FDP-Ratsherr und Lastenradbesitzer Marco Meiners die Vorteile breiter Radwege. Aufgrund der Annahme, dass künftig mehr Radschnellwege gebaut werden, äußerte Meiners aber Bedenken hinsichtlich der zu erwartenden Flächenversiegelung. „Ich will gar nicht wissen, wie viele Hektar dem Asphalt zum Opfer fallen“, so der Liberale. Er fragte, ob man für die komfortableren Radwege Straßen verschmälern müsse.

Von Hehlingen zur Pestalozziallee oder zum Volkswagenwerk

Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide versicherte, auch in Zukunft würden nicht überall in der Stadt vier Meter breite Radwege entstehen. Auch dieser erste Radschnellweg Wolfsburgs kommt an einigen Stellen nicht auf die volle Breite. Am Moor bei Nordsteimke und am Waldrand am Steimker Berg wird platzsparender geplant. Straßenbau-Geschäftsbereichsleiter Oliver Iversen kündigte an, dort ein Stück Straße für den Streifen abzuzweigen.

Der Bauausschuss erfuhr am Donnerstag auch, dass die Trassenführung noch in der Schwebe ist: Statt am Schillerteich vorbei zur Pestalozziallee könnte der Radweg auch am Berliner Ring entlang in Richtung Volkswagenwerk führen – oder sich in beide Richtungen gabeln. Straßenbau-Geschäftsbereichsleiter Oliver Iversen berichtete, dass geprüft wird, ob der Radschnellweg wirklich den Berliner Ring queren oder ob er weiter zum St.-Annen-Knoten und zur anderen Seite des Mittellandkanals führen sollte. Das wäre ganz im Sinne der SPD, deren Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Bachmann sowohl den Schnellweg als solchen als auch die Überlegung in Richtung Volkswagen als Möglichkeiten lobte, „den Morgenverkehr wegzukriegen“.

Bärbel Weist erinnert an schlechtere Radwege in Wolfsburg

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende und Ausschussvorsitzende Frank Richter wies darauf hin, dass die Radverbände nicht mit einer Verschwenkung Richtung Norden einverstanden seien: Ein Tunnel unter dem Berliner Ring durch müsse geprüft werden. Auch Richter selbst hegt Zweifel daran, dass die Radler morgens alle zu Volkswagen wollen.

Die parteiunabhängige Bärbel Weist brach eine Lanze dafür, sich nicht auf dem einen vorbildlichen Komfortradweg auszuruhen: „Man sollte sich auch um die Instandsetzung vorhandener Radwege kümmern.“

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