Wolfsburger Emmaus-Heim: Warten auf Corona-Testergebnisse

Wolfsburg.  Zwei Bewohner des Altenheims werden noch im Klinikum behandelt. Zudem sind fünf Mitarbeiter infiziert. Das Gesundheitsamt hat alle getestet.

Im Emmaus-Heim sind zwei Bewohner und fünf Mitarbeiter nachweislich an Corona erkrankt. Es gibt weitere Verdachtsfälle. Die Testergebnisse des  Gesundheitsamts liegen noch nicht vor.

Im Emmaus-Heim sind zwei Bewohner und fünf Mitarbeiter nachweislich an Corona erkrankt. Es gibt weitere Verdachtsfälle. Die Testergebnisse des  Gesundheitsamts liegen noch nicht vor.

Foto: Helge Landmann / regios24

Zunehmende Coronafälle in Wolfsburger Alten- und Pflegeheimen haben die Stadtverwaltung in Alarmbereitschaft versetzt. Das Gesundheitsamt testet aktuell Bewohner und Mitarbeiter in den betroffenen Einrichtungen. Eine davon ist das Emmaus-Heim der Diakonie in der Stadtmitte.

Wie viele Personen im Emmaus-Heim sind erkrankt?

Eine Bewohnerin und ein Bewohner wurden Ende vergangenen Woche positiv getestet. Beide werden derzeit im Klinikum behandelt. Am vergangenen Montag, 23. November, wurden sämtliche Bewohner des Emmaus-Heims mit PoC-Antigen Schnelltests getestet. Diese ergaben weitere Verdachtsfälle. Die betroffenen Bewohner wurden verlegt, um keinen Kontakt zu den negativ getesteten Bewohnern zu haben. „Alle Verdachtsfälle zeigen keine Symptome“, sagt Diakonie-Sprecherin Katrin Zumkier. Außerdem seien insgesamt fünf Mitarbeitende per Schnelltest positiv auf Covid-19 getestet worden. Auch diese wiesen keinerlei Symptome auf. Sie seien noch vor Dienstantritt in die häusliche Isolation geschickt worden. Die täglich durchgeführten Schnelltests unter den Mitarbeitenden waren seitdem alle negativ“, so Zumkier.

Was unternimmt das Gesundheitsamt?

Nachdem die Infektionen festgestellt wurden, sei umgehend das Gesundheitsamt informiert worden. Daraufhin wurden am Mittwoch und Donnerstag, 25. und 26. November, alle Bewohner und Mitarbeiter des Emmaus-Heims einem PCR-Test unterzogen. Die Laborauswertung liege noch nicht vor. „Wir erwarten die ersten Ergebnissen am Freitag, die restlichen spätestens Anfang nächster Woche“, berichtet Zumkier.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Laut Diakonie werden die Mitarbeiter vor Dienstantritt täglich mit Schnelltests getestet. In dem Bereich, in den die Verdachtsfälle verlegt wurden, arbeiten die Mitarbeiter mit Schutzausrüstung, das heißt sie tragen Overalls, Schutzbrille, Handschuhe und FFP2-Masken ohne Filter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden einem festen Bereich zugewiesen und dürfen zwischen den Wohnbereichen nicht mehr wechseln. Es finden Symptomkontrollen bei den Bewohnern statt, die Mitarbeiter führen für sich selbst Gesundheitstagebücher. „Die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Wohnbereiche tragen, sofern sie eine Maske tolerieren, ebenfalls FFP2-Masken während der direkten Versorgung“, erläutert Zumkier.

Dürfen Besucher ins Emmaus-Heim?

Nein. Die Einrichtung ist vorerst für Besucher geschlossen. Besuche sind zurzeit nur noch in Ausnahmefällen (Palliativsituation) möglich. Ebenfalls sind Behandlungen auf Verordnung (Physiotherapie) erlaubt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden betroffenen Wohnbereiche dürfen die Einrichtung aufgrund einer Anordnung des Gesundheitsamtes derzeit nicht verlassen. Alle anderen Bewohner dagegen schon. Elke Wichmann von der Stadtpressestelle schreibt dazu: „Die Möglichkeit, dass Heimbewohner auch bei Besuchsverbot selbst andere außerhalb des Heims besuchen können, wird durchaus kritisch gesehen. Eine vorsorgliche Quarantäne ist trotzdem kritisch zu betrachten, weil sie die Bewegungsfreiheit der Bewohner stark einschränken würde.“

Gibt es Infizierte in anderen Diakonie-Heimen?

Im Seniorenzentrum St. Marien in der Nordstadt sind zwei Mitarbeitende mit dem Coronavirus infiziert, im Seniorenzentrum Johannes Paul II in Detmerode eine Mitarbeiterin. Die betroffenen Mitarbeiter haben laut Diakonie vor Bekanntwerden ihrer Infektion unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen mit FFP2-Masken gearbeitet. Zumkier: „Bis zum Ende der jeweiligen Inkubationszeit werden unsere Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen täglich vor Dienstantritt mit einem Schnelltest getestet. Bisher waren alle Testergebnisse negativ. Auch die unmittelbar nach Bekanntwerden der Erkrankungen durchgeführten Schnelltests bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der beiden Einrichtungen waren negativ. Wir sind derzeit in der Abstimmung mit dem Gesundheitsamt mit dem Ziel, dass diese Woche das Besuchsverbot für das Seniorenzentrum Johannes Paul II aufgehoben wird.

Diakonie-Sprecherin Zumkier versichert: „Die Schutzmaßnahmen in allen unseren Einrichtungen sind unverändert hoch. Unser Hygienekonzept ist mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Zudem nutzen wir PoC-Antigen-Schnelltests, um die Gefahr der Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in unseren Pflegeeinrichtungen zu minimieren.“

Die notwendigen Schutzmaßnahmen in Altenheimen nehmen viel Zeit in Anspruch. Um auch weiterhin die Versorgung mit uneingeschränkt hoher Qualität unter Berücksichtigung der besonderen Hygieneanforderungen der Bewohner sicherzustellen, bittet die Diakonie um Unterstützung. Gesucht werden Interessierte, die sich in der Betreuung und Pflege älterer Menschen engagieren möchten. Idealerweise verfügen diese über pflegerische oder medizinische Vorkenntnisse, aber auch Personen, die Interesse an Betreuung und Begleitung haben, sind willkommen.

Es besteht die Möglichkeit , sowohl auf Basis einer Ehrenamts- bzw. Übungsleiterpauschale zu helfen, als auch als geringfügig oder kurzfristig Beschäftigter.

Kontakt: Melina Dörlitz, Telefon (05361) 501-1495 oder per E-Mail an: karriere@diakonie-wolfsburg.de.

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