Sanierung der Wolfsburger Rathausfassade startet erst im Sommer

Wolfsburg.  Travertinplatten aus Italien stehen zur Auswahl vor dem Rathaus.

Große Travertinplatten stehen derzeit vor dem Wolfsburger Rathaus. Es soll überprüft werden, welches Material sich am besten eignet, die maroden Fassadenplatten zu ersetzen. 

Große Travertinplatten stehen derzeit vor dem Wolfsburger Rathaus. Es soll überprüft werden, welches Material sich am besten eignet, die maroden Fassadenplatten zu ersetzen. 

Foto: Markus Kutscher

Der Beginn der Fassadensanierung des Wolfsburger Rathauses verschiebt sich weiter. Coronabedingt starten die Arbeiten nicht wie geplant im Frühjahr 2021, sondern erst im Sommer, teilte Stadtpressesprecher Ralf Schmidt auf Anfrage mit.

Travertinplatten aus vier Steinbrüchen

Aktuell beschäftigt sich die Stadt damit, durch welches Material die Fassadenplatten ersetzt werden sollen. Dafür reisten Stadtmitarbeiter nach Italien. Zwölf große Platten stehen derzeit vor dem Rathaus. „Die Platten sind aus Travertin und stammen aus vier verschiedenen Steinbrüchen in der Nähe von Rom. Sie wurden vor Ort ausgewählt und dienen als Grundlage für die weitere Auswahl“, sagte Schmidt.

100 schadhafte Platten entnommen

Mit rund 5000 Travertin-Platten wurde 2012 die Rathaus-Fassade auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern aufwendig erneuert. Doch nach einer Prüfung von Reserveblöcken gelangte die Stadt zu der Auffassung, dass die Qualität der Platten minderwertig sei. Mittlerweile wurden etwa 100 schadhafte Platten aus der Fassade entnommen, um ein Herunterfallen zu verhindern. Das Rathaus war im Frühjahr aus Sicherheitsgründen komplett eingerüstet worden. Besucher, Verwaltungsmitarbeiter und Passanten sollten vor eventuell herabfallenden Fassadenplatten geschützt werden.

Prozess läuft am Landgericht

Parallel versucht die Stadt, vor dem Landgericht Braunschweig Schadensersatz für den angeblichen Baupfusch zu erwirken sowie für die Sanierung und die Einrüstung des Rathauses. Allein das Gerüst kostet knapp 1,6 Millionen Euro für anderthalb Jahre Standzeit. Notwendig wurde die Sicherungsmaßnahme am Rathaus, weil bei der Fassadensanierung im Jahr 2012 etwas schief ging. Die verbauten Platten aus Travertinstein zerbröseln unter dem Einfluss von Sauerstoff. Nach Auffassung der Kommune hat die Baufirma Material eingesetzt, das zwar 700.000 Euro kostete und ein Qualitätszertifikat hatte, aber leider nicht die entsprechende Qualität. Die Firma ist inzwischen pleite. „Zum Gerichtsverfahren äußert sich die Stadt wegen des laufenden Verfahrens aktuell nicht“, sagte Schmidt.

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