Blitzer-Offensive mit den Containern an der Detmeroder Brücke

Westhagen/Detmerode.  Jüngst standen auf Westhagener Seite beide Blitzmess-Anhänger. Doch das sind nicht die einzigen Kontrollen, die dort neuerdings verstärkt laufen.

Bis Anfang der Woche standen auf der Frankfurter Straße beide Blitzer-Container.

Bis Anfang der Woche standen auf der Frankfurter Straße beide Blitzer-Container.

Foto: Weber / regios24

Es mutete wie eine Offensive an: Bis Anfang der Woche standen in Westhagen auf der Frankfurter Straße in den Grünanlagen der Auf- und Abfahrten zur und von der Braunschweiger Straße tagelang beide Blitzer-Container. Schon in den Wochen und Monaten zuvor stand vor der Detmeroder Brücke auf Westhagener Seite immer wieder der Blitzer-Anhänger. Und zusätzlich wurde wiederholt direkt vor der Brücke mit kleinen Geräten kontrolliert – mal auf Detmeroder Seite, mal auf Westhagener. Was ist da los?

Keine Schulen, keine Kitas, kein Unfallschwerpunkt

Immerhin gibt es in direkter Nähe weder Schulen noch Kindertagesstätten, Fußgänger queren dort auch nicht, und als Unfallschwerpunkt war der Bereich bisher auch nicht berüchtigt. So mancher mutmaßt, dass dort oft viel Verkehr herrscht und sich das Blitzen daher lohnt, auch bei geringen Tempo-Überschreiten. Zu hören ist auch, dass die Container in den Auf- und Abfahrten problemlos platziert werden können. Was ja durchaus nicht überall gegeben ist: In der Anfangsphase des ersten Blitzer-Anhängers hatte die Stadt den Kasten beispielsweise an der Mecklenburger Straße mitten auf dem Radweg platziert und an der Heinrich-Nordhoff-Straße genau vor einer mit Werbung beklebten Litfaßsäule!

Aus Sicht der Stadt gibt es ganz klar einen Grund, warum an der Detmeroder Brücke neuerdings so massiv geblitzt wird: das Tempo. „Seit mehreren Jahren gibt es in dem Bereich eine anhaltend hohe Verstoßquote, zum Teil mehr als 400 Verstöße täglich“, begründet Daniel Gruß von der Stadt-Pressestelle das Vorgehen. „Täglich werden dort die schnellsten Verkehrsteilnehmenden mit 90 bis 100 Kilometern pro Stunde erfasst.“ Verstärkte Kontrollen reduzierten das Tempo und die Verstoßquote deutlich auf weniger als 100 Verstöße.

Stadt sieht Auf- und Abfahrt als Gefahrenstelle

Zudem bestehe dort durch die Auf- und Abfahrt zur Braunschweiger Straße eine Gefahrenstelle. Und: „Vor allem das nächtliche Geschwindigkeitsniveau stellt sich den Beschwerden Westhagener Bürger zufolge als problematisch dar, sodass hier vorzugsweise die eingesetzten Trailer zum Einsatz kommen“, so Gruß. Offenbar wird dort in den Nachtstunden also so schnell gefahren, dass sich Anwohner über Lärmbelästigung beschweren.

Ob tagelang mit den Anhängern oder stundenweise mit kleineren Geräten geblitzt wird, hängt laut Gruß von Standort und Uhrzeit ab. Zu den Kriterien, wo und in welchem Umfang geblitzt wird, berichtet der Pressereferent, dass die Festlegung unter anderem nach folgenden Kriterien erfolgt: Unfallschwerpunkte, Schulwegsicherung, Aufträge der Straßenverkehrsbehörde zum Beispiel nach Bürgerbeschwerden sowie Lärmschutz. Nicht herausrücken will die Stadt allerdings derzeit mit Wolfsburgs Top Ten der häufigsten Blitzer-Stellen in den vergangenen Monaten. Sie verweist dazu auf die Jahresstatistik 2020.

Laut Polizei wird auf der gesamten Frankfurter Straße zu schnell gefahren

Für Polizeisprecher Sven-Marco Claus ist die Sache mit der Blitzerei in Westhagen und Detmerode übrigens ebenfalls eindeutig: „Wir stellen fest, dass auf der gesamten Frankfurter Straße zu schnell gefahren wird.“ Aber: „Der Bereich an der Brücke ist kein Fall für die Unfallkommission.“

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