Beherbergungsverbot hat Wolfsburgs Hoteljahr endgültig vermasselt

Wolfsburg.  Für den Dehoga-Vize Florian Hary befindet sich die Hotellerie in einer undankbaren Situation. Die Belegungszahlen im Bezirk seien dramatisch.

Das Hotel Innside wie auch andere Hotels in Wolfsburg haben nach wie vor mit dem Coronajahr zu kämpfen.

Das Hotel Innside wie auch andere Hotels in Wolfsburg haben nach wie vor mit dem Coronajahr zu kämpfen.

Foto: Stephanie Giesecke / Archiv

Fünf Tage lang galt in Niedersachsen ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Risikogebieten, zum Beispiel aus Berlin. Doch eben diese fünf Tage reichten offenbar aus, um der Hotellerie das Jahr endgültig zu verderben. Das sagte Florian Hary, der erste stellvertretende Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes Helmstedt-Wolfsburg und des Bezirksverbandes Braunschweiger Land-Harz. Die Herbstferien hätten eigentlich gut laufen können.

Die Wirkung des Verbotes habe an dem Tag eingesetzt, an dem es verkündet wurde, so Hary. „Sämtliche Buchungen aus den betroffenen Gebieten waren binnen Stunden storniert“, berichtet der Dehoga-Stellvertreter, und dabei gehe es nicht nur um Berlin. Eine genaue Zahl konnte er nicht nennen, da nicht alle Hotels unter dem Dehoga-Dach organisiert sind. Allerdings habe das Gebot auch nach dessen Aufhebung erhebliche Folgen: „Die fünf Tage waren fünf Tage zu viel. Denn es gab auch Gäste, die schon für die nächsten Wochen storniert haben, und viele, die nicht mehr losfahren wollen, weil sie durch so ein Politikum verunsichert worden sind. Diese fünf Tage haben uns das Geschäftsjahr massiv zerstört“, wird Florian Hary deutlich.

Hary: Für die Städte in Wolfsburg und Helmstedt ist keine positive Trendwende in Aussicht

Der Hotelier hält es für unseriös, auf Ausnahmen, wie erlaubte Geschäftsreisen zu verweisen: „Solche Reisen muss es auch erst einmal wieder geben.“ Die Hotellerie befinde sich in einer undankbaren Situation: Auf der einen Seite versuche man, die Dinge „am Laufen“ zu halten, doch die Hotellerie sei gekniffen, meint Hary. „Wir müssen den Menschen erklären, dass sie nicht kommen dürfen, werden dafür verantwortlich gemacht, dass es keine Testkapazitäten gibt, und wenn wir dann Geld haben wollen, sind wir auch die Bösen.“

Die Belegungszahlen in den Städten sind dramatisch, wobei Hary den gesamten Bezirk betrachtet. „Im Harz war der Sommer gut gebucht. Auch die Herbstferien wären gut gelaufen“, erklärt er, aber: „Für die Hotellerie in den Städten Wolfsburg und Helmstedt gibt es keine positive Trendwende. In Wolfsburg hatten wir im Sommer eine Belegung von 26 Prozent“, führt Hary aus und betont den Widerspruch zwischen Verboten sowie Verordnungen auf der einen und Bemühungen der Kommunen auf der anderen Seite: „Da versucht Wolfsburg, Gäste in die Stadt zu bekommen, und dann kommt so ein Beherbergungsverbot. Das ist gruselig.“

Inhabergeführte Betriebe machen Hary Sorgen

Hary macht sich besonders um die inhabergeführten Betriebe Sorgen. Noch kenne er zwar keinen, der aufgegeben habe, aber: „Das kündigt niemand vorher an. Wir wissen nicht, ob es Kandidaten gibt, die auf der Kippe stehen.“ Eine Maßnahme, wie das Beherbergungsverbot dürfe es auch unter anderem Namen nicht erneut geben, warnt er.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder