Altstadt-Parkgebühren sorgen für Ausweichen in Fallersleben

Fallersleben.  Die CDU sieht schon nach wenigen Wochen Handlungsbedarf. SPD und PUG wollen abwarten und die Situation insgesamt betrachten.

Während wie hier am kostenpflichtigen Gröpertor nun Parkplätze frei sind, werden umliegende Straßen zugeparkt.

Während wie hier am kostenpflichtigen Gröpertor nun Parkplätze frei sind, werden umliegende Straßen zugeparkt.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Eine Überraschung ist dieses Phänomen nicht. Aber es zeigt sich zeit- und stellenweise schon sehr deutlich: Seit vor einigen Wochen in der Fallersleber Altstadt die Parkscheinautomaten in Betrieb gegangen sind, weichen viele Autofahrer auf umliegende Straßen und Parkplätze aus, um sich die Parkgebühren von 50 Cent je angefangene halbe Stunde zu sparen. Wie schlimm es ist und wie akut Handlungsbedarf besteht – darüber sind sich die Fraktionen im Ortsrat noch nicht einig.

Nachbesserungen schon jetzt für angebracht hält die CDU. Wie deren Fraktionssprecher André Schlichting in einer Pressemitteilung informiert, habe man sich zusammen mit Bürgern bei einem Rundgang einen Eindruck verschafft. Ergebnis: „Einig waren sich die Anwesenden, dass Lösungen entwickelt werden müssen, um weiteren Parkraum, auch für Anwohner und Eigentümer, zu schaffen.“ Der Parkplatz am Hofekamphaus müsse endlich erweitert werden.

Parksituation rund um Altstadt sollte neu betrachtet werden

Und: „Auch die Parkplatzsituation in den Straßen um die Fallersleber Innenstadt herum muss nach unserer Ansicht neu betrachtet werden“, berichtet Schlichting. Der Parkplatz an der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße dürfe nicht als Dauerparkplatz für Wohnmobile, Anhänger oder Lieferwagen benutzt werden.

Es müssten Konzepte zur Verbesserung der Situation gefunden werden. Auch am Friedhof: Bürgern zufolge sei der Besucherparkplatz nach Einführung der Parkgebühren tagsüber schon voll, auch wenn keine Beerdigungen stattfinden. Eine Anpassung der Beschilderung sowie regelmäßige Überprüfung sei angebracht.

Immer mehr Wohnungen, aber nicht mehr Parkplätze entstanden

„Wen wundert’s?“, kommentiert SPD-Fraktionssprecher Eckhard Krebs das verstärkte Parken außerhalb der Altstadt, beispielsweise auch in der Bölschestraße und im Krummen Morgen. „Irgendwo müssen die Leute

ja hin.“ Er hat auch Verständnis für Mieter, die in der Altstadt wohnen. Allerdings seien immer mehr Wohnungen entstanden, die Bauherren hätten aber keine Parkplätze geschaffen. Für ihn ist entscheidend, ob es dabei zu Gefährdungen oder Blockaden von Einfahrten kommt. Er habe davon noch nichts gehört. „Aktuell sind außerdem Herbstferien. Ich würde gern noch ein paar Wochen abwarten, um mir eine abschließende Meinung zuzutrauen.“ Krebs kann sich außerdem vorstellen, eine Arbeitsgruppe oder Task Force zu bilden, um das Thema grundsätzlich zu betrachten.

„Es kommt natürlich zu einem Verlagerungseffekt. Aber wenn die Leute ordnungsgemäß am Friedhof parken, ist das doch gut so“, findet PUG-Fraktionssprecher Andreas Klaffehn. „Vielleicht gibt es das eine oder andere Problempünktchen. Aber man sollte die Situation insgesamt erstmal beobachten und sich die Effekte am besten ein Jahr lang anschauen.“ Dann könne man bei Bedarf Lösungen suchen. Zudem seien aktuell Herbstferien, das sei wenig aussagekräftig.

Anwohner-Parkausweise von vornherein ausgeschlossen

Auch PUG-Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, Beschwerden seien bei ihr bisher nicht aufgelaufen. „Die Alternative wäre doch, dass die Leute nirgends mehr parken dürften.“ Es hätten sich zwar Bürger gemeldet, die gern einen Anwohner-Parkausweis hätten. „Aber das haben wir von vornherein ausgeschlossen.“

Was den Parkplatz in der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße betrifft, sagt die Ortsbürgermeisterin: „Das Thema mit den Dauerparkern ist uralt. Laut Ordnungsamtsleiter sind die Halter schon ermittelt.“

Lesen Sie auch:

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder