Wolfsburger sind verunsichert bei Reisewarnungen

Wolfsburg.  Die Ferien laufen, doch welche Ziele können die Bürger problemlos ansteuern trotz des Risikogebiets-Wirrwarrs?

Der Karibik-Urlaub fällt wohl dieses Jahr für die meisten aus. Doch was sind Alternativen?

Der Karibik-Urlaub fällt wohl dieses Jahr für die meisten aus. Doch was sind Alternativen?

Foto: Christian Röwekamp / dpa-tmn

Es sind Herbstferien, eigentlich die Zeit für Familienreisen. Doch so recht scheint niemandem danach zu sein. Und genau das bringt die Reisebranche weiter ins Straucheln. Der Deutsche Reiseverband (DRV) als Dachvereinigung der Reisebüros und Reiseveranstalter spricht von bis zu 90 Prozent Einbrüchen bei den Buchungen. „Die kontinuierliche Diskussion um das Thema Urlaub und Reise verunsichert die Menschen, die gerne noch verreisen möchten, und resultiert in Buchungszurückhaltung“, schreibt DRV-Pressesprecherin Kerstin Heinen auf Anfrage unserer Zeitung. Wichtig sei auch eine deutlich differenziertere Betrachtung von Reiseregionen, regt sie an.

Bei einer kleine Umfrage in der Wolfsburger Innenstadt bestätigte sich die von Heinen angesprochene Verunsicherung der Menschen. Ringo Ostwall aus einem kleinen Dorf bei Berlin hatte eigentlich eine Städtereise mit seiner Familie geplant. Doch die aktuelle Nachrichtenlage habe die Pläne durchkreuzt: „Hier in Wolfsburg kann man sich noch aus dem Wege gehen“, sagte er. Stadt Großstadtgedränge habe er nun ländliche Gemütlichkeit gewählt. Der nächste Ziel der vierköpfigen Familie sei Celle. „Die Innenstadt soll sehr schön sein.“

Pauschalreisen etwa nach Portual, Italien, Malta und Zypern sind Tipps des Deutschen Reiseverbandes

Die 81 Jahre alte Seniorin Anna-Maria Disenko verbringt die kalte Jahreszeit gern mit ihrem Mann in Spanien. Doch die Reise dorthin sei ihr derzeit zu gefährlich, erzählte sie. Spanien ist aus Sicht des DRV ein unglückliches Beispiel in Sachen Reisewarnungen. Demnach wünsche man sich eine „differenzierte Betrachtung einzelner Regionen“, so Kerstin Heinen, die ausführt: „Es gibt eine Reisewarnung für ganz Spanien – aber die Kanaren sind so gut wie nicht betroffen, fallen aber dennoch unter die Reisewarnung. Hier muss seitens der Politik und des Auswärtigen Amtes dezidierter geschaut werden, wie die Corona-Entwicklung ist.“

Wer trotz Corona verreisen möchte, dem empfiehlt die DRV-Pressesprecherin die Buchung einer Pauschalreise. Die Veranstalter seien stets ansprechbar und nah am Geschehen. Durch die sich ändernden Reisewarnungen verschiebt sich der massiv schwächelnde Reisestrom, etwa in Richtung östliches Mittelmeer, besonders Griechenland sei gefragt. „Aber auch die Türkei mit den vier von der Reisewarnung ausgenommenen Regionen. Des Weiteren sind Portugal, Italien, Malta und Zypern nach wie vor in der Liste der Urlaubsländer, die gut zu bereisen sind.“

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