Irritationen um mögliche Feuerwehrhaus-Verschiebung in Hattorf

Hattorf.  Eigentlich wurde von der Freiwilligen Feuerwehr der baldige Baubeginn erwartet. Der neue Stadtbrandmeister drängt, dass es weitergehen muss.

Seit Jahren viel zu klein: das Feuerwehrhaus in der Siekstraße.

Seit Jahren viel zu klein: das Feuerwehrhaus in der Siekstraße.

Foto: H. Landmann / rs24 (Archiv)

Schon seit Jahren leidgeprüft sind die Hattorfer Brandschützer, was den geplanten Feuerwehrhaus-Neubau am westlichen Ortsrand betrifft. Doch nach immer neuen planerischen Problemen der Stadt hatte es zuletzt so ausgesehen, als ob der Baubeginn im Herbst endlich klappen könnte. Was nun jedoch aus einem ganz anderen Grund in Frage gestellt wird.

Stadt macht keine Aussage zum Baubeginn in Hattorf

Den Finger in die Wunde legte der Hattorfer Vize-Ortsbrandmeister Martin Brogmus am Dienstag im Ortsrat. Bei der Vereidigung des neuen Stadtbrandmeisters Jörg Deuter am vorigen Wochenende habe es geheißen, dass Vorhaben der Stadt möglicherweise geschoben werden müssten, berichtete er. Daher wollte Brogmus im Ortsrat wissen, ob man in Bezug auf das neue Feuerwehrhaus Genaueres wisse.

Die Prioritäten von Bauprojekten der Freiwilligen Feuerwehren würden aktuell wegen der prekären Gesamt-Finanzsituation neu betrachtet und überarbeitet, gab Ortsratsbetreuer Sascha Ehrhoff daraufhin bekannt. „Eine Aussage zum Baubeginn der Freiwilligen Feuerwehr Hattorf kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.“

Ortsratsspitze verärgert über Art der städtischen Kommunikation

Auslöser für diese Information waren Nachfragen von Ortsbürgermeister Marco Meiners (FDP) und seinem Vize Rolf Berheide (CDU) im Juli-Ortsrat zum Baubeginn gewesen. Doch mit dieser Auskunft waren sie nun überhaupt nicht einverstanden: Eine solche Information lediglich als Kenntnisgabe im Ortsrat sei „ein starkes Stück“, sagte Meiners. Der Bauausschuss befasse sich nächste Woche zwar mit anstehenden Bauprojekten insgesamt. „Aber es gibt Kernaufgaben der Kommunen, dazu gehört auch die Feuerwehr.“ Berheide war ebenfalls verärgert: „Starker Tobak“ sei das. Man habe bisher nicht einmal die endgültige Planung gesehen.

Eigentlich sollte der Spatenstich für den Neubau im Herbst stattfinden, berichtete der Vize-Ortsbrandmeister unserer Zeitung über die bis dato letzte Information. Doch bei der Vereidigung des neuen Stadtbrandmeisters Jörg Deuter am vorigen Wochenende habe dieser in seiner Antrittsrede erwähnt, dass die Mittel der Stadt knapper würden und man damit rechnen müsste, dass sich Projekte verschieben könnten. Brogmus betonte: „Wir von der Feuerwehr haben bisher aber keine offizielle Information.“

Neuer Stadtbrandmeister will keinen generellen Stopp

„Die Hattorfer warten natürlich schon lange“, bestätigte der neue Stadtbrandmeister am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Stellte aber zugleich klar, dass er nicht speziell Hattorf angesprochen habe, sondern die Feuerwehrhäuser generell. Natürlich müsse die Stadt aufgrund der Corona-Situation sehen, wie es weitergehe. „Aber wir können uns keinen generellen Stopp leisten. Ich habe gesagt, dass keinen Stillstand geben darf. Seit Dieselgate 2015 sind wir nicht nennenswert weitergekommen. Diese Situation bereitet mir Sorge. Es muss – wenn auch in kleineren Schritten – weitergehen!“

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