Abschied in Wolfsburg: Blaulichtgewitter für Stadtbrandmeister

Wolfsburg.  Helmut von Hausens Verdienste werden gewürdigt. Im Rahmen der Verabschiedung bekommt Nachfolger Jörg Deuter seine Ernennungsurkunde.

Stadtbrandmeister Helmut von Hausen wurde am Rathaus verabschiedet.

Stadtbrandmeister Helmut von Hausen wurde am Rathaus verabschiedet.

Foto: Anja Weber / regios24

Die Ortsbrandmeister der 20 Wolfsburger Freiwilligen Wehren, das Stadtkommando, die Mitglieder der Berufsfeuerwehr und der Wolfsburger Verwaltungsspitze sowie Vertreter der Politik standen am Samstagnachmittag auf dem Rathausplatz Spalier. Außerdem waren dort in Reihen die größten Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr platziert worden, optisch eindrucksvoll flankiert von den Drehleitern der Brandbekämpfer aus Fallersleben und Vorsfelde.

Klaus Mohrs: „Helmut von Hausen hat sich weit über das übliche Maß engagiert“

Zum Preußischen Präsentiermarsch, intoniert vom Feuerwehrmusikzug Barwedel, schritt ein Ehrenamtlicher die Formation ab, der sich laut Oberbürgermeister Klaus Mohrs „weit über das übliche Maß engagiert hat“: der in diesem Moment bereits ehemalige Stadtbrandmeister Helmut von Hausen. Kurz zuvor hatte der 62-jährige Ehrenbeamte – nach zwei sechsjährigen Amtsperioden – seine Entlassungsurkunde vom Stadtoberhaupt erhalten.

Sirenengeheul und Blaulichtgewitter zum Abschied

Zum Abschied also ging von Hausen, nach kurzem Sirenengeheul und Blaulichtgewitter, rund um den Rathausplatz. Anschließend nahm er Geschenke über Geschenke in Empfang, darunter auch von den Jugendwehren. Für deren Belange hatte sich der Ex-Chef der Freiwilligen Feuerwehren immer ganz besonders eingesetzt. Aus gutem Grund, wie er meinte, denn viele ihrer Mitglieder seien die Aktiven von morgen.

Bennett Kahrens: „Helmut von Hausen hatte stets ein offenes Ohr für Anliegen“

Aus den Reihen der Jugendwehren ist beispielsweise der heutige Ausbildungsleiter im Stadtkommando hervorgegangen. Der 29-jährige Bennett Kahrens kennzeichnete Helmut von Hausen als einen Mann, „der stets ein offenes Ohr für Anliegen hatte und sich für unsere Belange eingesetzt hat“.

Feuerwehrleute leisten „Nachbarschaftshilfe in bestem Sinne“

Die Verdienste des scheidenden Stadtbrandmeisters waren zuvor während einer zeitweilig emotional geprägten Verabschiedung in der Bürgerhalle gewürdigt worden. Klaus Mohrs erwähnte, dass Helmut von Hausen mit seinem Einsatz das einst angespannte Verhältnis zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren wesentlich verbessert habe und mit seinem ehrenamtlichen Engagement, wie alle weiblichen und männlichen Feuerwehrleute, „Nachbarschaftshilfe in bestem Sinne“ geleistet habe und weiter leisten werde. Denn auch wenn der Spitzenposten künftig durch Jörg Deuter besetzt sein werde: Bei von Hausens Ortswehr in Mörse sei immer noch ein Platz für ihn frei. Ortsbrandmeister Daniel Meyer nickte zustimmend.

Helmut von Hausen: „Wir arbeiten gemeinsam. Einzelkämpfer brauchen wir nicht“

Der Leiter der Berufsfeuerwehr, Manuel Stanke, bezeichnete Helmut von Hausen als „permanent ruhenden Pol, wenn die Brandung mal hochschlug“. Anschließend heftete Stanke seinem jahrelangen Weggefährten die Ehrennadel in Gold des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbands ans Revers. Der verabschiedete Stadtbrandmeister freute sich, „dass wir die Freiwilligen Feuerwehren Wolfsburgs auf sichere Beine gestellt haben“, und er betonte: „Wir arbeiten gemeinsam. Einzelkämpfer brauchen wir bei der Feuerwehr nicht.“

2019 erhielt Helmut von Hausen den Preis „Wolfsburger des Jahres“

Dass es während seiner Ägide gelungen sei, eine 20. Ortswehr (Stadtmitte) und Kinderfeuerwehren aus der Taufe zu heben, darüber zeigte sich Helmut von Hausen sehr angetan. Ein Moment der Rührung übermannte den „ruhenden Pol“ am Rednerpult, als er sich bei seiner Frau Bärbel und seiner Familie für die Unterstützung in seinem ehrenamtlichen Engagement bedankte. Für diesen zeitintensiven und anstrengenden Einsatz erhielt von Hausen von den Wolfsburger Nachrichten 2019 übrigens den Preis „Wolfsburger des Jahres“. Im Rahmen der Verabschiedung bekam Nachfolger Jörg Deuter vom Oberbürgermeister seine Ernennungsurkunde zum Stadtbrandmeister.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder