Vorsfelder Gemeinde kann Gottesdienst nicht draußen feiern

Vorsfelde.  Eigentlich sollte in der Vorsfelder St.-Petrus-Gemeinde am Sonntag ein Open-Air-Gottsdienst stattfinden. Das Wetter machte das unmöglich.

In der St.-Petrus-Gemeinde zelebrierte Propst Ulrich Lincoln den Gottesdienst – anders als geplant – im Kirchenschiffr.

In der St.-Petrus-Gemeinde zelebrierte Propst Ulrich Lincoln den Gottesdienst – anders als geplant – im Kirchenschiffr.

Foto: Anja Weber / regios24

Der Regen machte am Sonntag den Organisatoren des geplanten Freiluft-Gottesdienstes an der St.-Petrus-Kirche einen dicken Strich durch die Rechnung. Die spirituelle Feier konnte nicht im Grünen stattfinden, sie musste ins „Kirchenschiff“ verlegt werden. Was zur Konsequenz hatte, dass der Gesang der Gläubigen unterbleiben musste. Das war für die Besucher ein Wermutstropfen, der aber keine negative Wirkung zeitigte. Denn: Propsteikantor Paul Gerhard Blüthner und Propst Ulrich Lincoln sind exzellente Sänger und Instrumentalisten. Die Liturgie bekam durch den Vortag des Duos eine schwungvolle, konzertante Note.

Die Vorsfelder Gemeinde darf nicht mitsingen

Theologe Lincoln griff bei beiden Liedern „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ und „Ihr seid das Salz der Erde“ zur Gitarre“, Organist Blüthner griff in die (Orgel-)Tasten. Zum Thema Singverbot in Kirchen sagte Ulrich Lincoln in Richtung der Gottesdienstbesucher: „Sie können zwar nicht mitmachen, aber wir beide dürfen ja singen.“ Die spontane Bemerkung eines Besuchers lautete: „Ihr Glücklichen!“

Nun, auch dieser Sangesfreund sollte den Liedervortag, bei dem vor allem das Werk „Salz der Erde“ textlich gesellschaftliche Probleme thematisiert, genossen haben.

Dass der Gottesdienst nicht im Garten gefeiert wurde, kommentierte Rita Henschel vom Kirchenvorstand mit den Worten „Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir uns das alles ganz anders vorgestellt hatten. Aber wir sind ja flexibel.“ Propst Ulrich Lincoln scherzte: „Wir könnten mal einen Regengottesdienst anbieten. Nach dem Motto, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt.“

Der Begriff „Salz“ verspricht Würze und Schärfe

Das Leitwort lautete nach einem Zitat aus dem Neuen Testament: „Ihr seid das Salz der Erde – Ihr seid das Licht der Welt“ Der Theologe erläuterte seinen Zuhörern: „Mit dem Wort ihr sind wir alle gemeint.“ Die Bedeutung dieser – Jesus zugeschriebenen – Worte sah Ulrich Lincoln darin, dass der Begriff Salz Würze und Schärfe verspreche. Im übertragene Sinne heiße das für den Menschen: „Scharf reden, scharf denken, scharf handeln.“ Man solle vorgegebene Meinungen nicht nachplappern, sondern sich seine eigene Meinung bilden, so der Seelsorger. Und mit Blick auf soziale Schieflagen fügte er hinzu: „Erheben wir unsere Stimme für diejenigen, für die das sonst keiner tut.“

Den Gottesdienst besuchte auch Marko Laatikainen aus Nordschweden. Er arbeitet seit März in Wolfsburg bei Volkswagen. Obwohl er bisher kaum Deutsch versteht, wollte er am Sonntag, wie schon in den Wochen zuvor, die spirituelle Atmosphäre in der St.-Petrus-Gemeinde nicht missen.

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