Barnstorf - Fassade ist gesichert

Barnstorf.  Die Haushaltskassen sind klamm, eine Sanierung des Schulhauses, wie der Ortsrat es sich wünscht, ist derzeit ungewiss.

Im alten Schulgebäude sind Kita und Jugendtreff untergebracht. Der Schulbetrieb wurde schon vor Jahrzehnten eingestellt.

Im alten Schulgebäude sind Kita und Jugendtreff untergebracht. Der Schulbetrieb wurde schon vor Jahrzehnten eingestellt.

Foto: Darius Simka / regios24

Vergangenes Jahr musste die Fassade noch gestützt werden. Das ist jetzt vorüber, der Schaden ist behoben. Die Chancen für die langfristige Sanierung der alten Dorfschule stehen allerdings mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage der Stadt schlecht.

Aktuelle Sanierung kostete 20.000 Euro

„Im Innenbereich werden aktuell die Küchenarbeiten ausgeführt, um den Betrieb einer Kindertagesstätte zu sichern und für die Zukunft zu ermöglichen“, dies teilt die Stadt zum Sachstand mit. „Potenzielle Weiterentwicklungen unterliegen zunächst einem politischen Meinungsbildungsprozess,“ so Daniel Gruß für die Verwaltung. Die Kosten, die aktuell aufgebracht wurden, betragen etwa 20.000 Euro.

Ortsbürgermeister Hans-Georg Bachmann, SPD: „Als wir vom Ortsrat 2019 die langfristige Sanierung gefordert haben, war die Haushaltslage ja noch eine andere. Uns ist klar, dass eine umfassende Sanierung derzeit unwahrscheinlich ist.“ Am grundsätzlichen Wunsch des Gebäudeerhaltes ändere dies nichts. „Und wir brauchen langfristig auch mehr Kindergartenplätze, vor allem mit Ganztagsbetreuung.“

Die kleinste Kita Wolfsburgs

Derzeit sind im Gebäude der alten Dorfschule die kleinste Kita Wolfsburgs und Barnstorfs Jugendtreff untergebracht. Etwa 20 Plätze hat der Kindergarten, gebraucht würden etliche mehr, sagt der Ortsbürgermeister. 60 Kinder kämen in Barnstorf infrage und es fehle eine Krippe.

Die alte Kita auszubauen mache keinen Sinn, eine neue würde dringend gebraucht, erklärt Bachmann mit Blick auf etwaige Pläne für die Dorfwiese (wir berichteten) und das Neubaugebiet Sonnenkamp. Grundschule und Kita zählen zum Konzept des XXL-Baugebietes bei Nordsteimke/Hehlingen.

Kinder gehen in Nachbardörfern und in Wolfsburg zur Schule

Seit Jahrzehnten wird die Barnstorfer Dorfschule nicht mehr als solche genutzt. Barnstorfer Schüler gehen nach Heiligendorf, Nordsteimke, in die Schillerschule, die Eichendorffschule und weiteren Einrichtungen in der Innenstadt.

Nicht viele Gebäude gibt es in der VW-Stadt, die so alt wie die Barnstorfer Dorfschule sind. 1860 war das Schulhaus gebaut worden. Eine grundlegende Sanierung ist unumgänglich. 2019 waren schwere Schäden an der Fassade festgestellt worden. Die Fassade musste abgestützt und erneuert werden, weil Fachwerk abgesackt war. Im Zuge der kurzfristigen Sanierung wurde auch die Küchenerneuerung umgesetzt, so die Verwaltung.

Ortsrat will mit einer Stimme den Erhalt

Fraktionsübergreifend hatte der Ortsrat vergangenes Jahr einen Beschluss zum grundsätzlichen Erhalt des historischen Gemäuers auf den Weg gebracht. Dessen Umsetzung, wie gesagt, im Zuge der aktuellen Haushaltslage ungewiss ist ...

Die Schule war am 3. Juni 1860 eröffnet worden. Es gab einen Unterrichtsraum, 1934 kam ein zweiter hinzu.

Die Verwaltung verfolgt die Linie, aufgrund steigender Geburtenraten und der Berufstätigkeit vieler Paare ihr Betreuungsangebot weiter auszubauen. Der Kindergartenplatz sei zudem wichtiges Argument wenn es darum ginge, Neubürger zu gewinnen. Dies ist weitgehender Konsens in Politik und Verwaltung.

Ob sich die Wünsche und Pläne mit dem Angebot an Erzieherinnen und Erziehern decken, ist eine der Schlüsselfragen, die gemeinsam beantwortet werden müssen.

Stadt sieht großen Kita-Bedarf

Im aktuellen Fachplan Frühkindliche Bildung stellt die Verwaltung jedenfalls für die Ortslage Barnstorf im Planungsbereich 9 (das sind Barnstorf, Hehlingen, Nordsteimke) ein Erweiterungsbedarf der Betreuungskapazitäten fest.

Die neue Salamander-Schranke geht in Kürze in Betrieb

Bei einem anderen Thema im Bereich der Ortslage sieht Ortsbürgermeister Bachmann einer kleinen Feierstunde demnächst entgegen: Die Salamander-Schranke zwischen Barnstorf und Waldhof soll, ausgestattet mit Technik, die alle Seiten zufriedenstellt, in Betrieb gehen. Busse, Land- und Forstwirtschaft sollen per App frühzeitig über eine geschlossene Schranke informiert werden, damit sie lange Umwege vermeiden können. Seit Jahren gibt es Ärger und Diskurs über die Salamanderschutzeinrichtung. Beschädigungen der Schranke zählten dazu.

Jetzt soll die abschließende Lösung feierlich in Betrieb gehen.

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