Corona-Sorgen? Wolfsburg setzt auf Tests

Wolfsburg.  Auch für die schnelle Auswertung der Corona-Tests laufen bereits die Vorbereitungen – im Medizinischen Versorgungszentrum am Klinikum Wolfsburg.

VW-Mitarbeiter können sich nach den Werksferien auf freiwilliger Basis einem Rachenabstrich unterziehen..

VW-Mitarbeiter können sich nach den Werksferien auf freiwilliger Basis einem Rachenabstrich unterziehen..

Foto: Volkswagen AG

Eine seltsame Zeit, diese Sommerferien 2020. Gar nicht mal so sehr, was unseren Alltag angeht, denn ein wenig hat man sich ja doch unweigerlich an die Corona-Einschränkungen gewöhnt – sondern vielmehr, was den Blick in die Zukunft angeht: unser aller Nach-Urlaubs-Zeit.

Wie werden sich die Infektionszahlen entwickeln, wenn wir alle wieder in Kita, Schule und Beruf starten? Nein, so einen Lockdown möchte man nie wieder erleben müssen, aber wie werden Bund, Land und eben auch die Kommunen reagieren, wenn das Corona-Virus wieder mit aller Macht anzugreifen sucht?

Dezernentin: „Schön, dass wir in Altenheimen wieder eine Art Normalität leben“

In einem Gespräch mit Monika Müller, der Dezernentin für Soziales und Gesundheit, Klinikum, Sport, wird klar: In die Dankbarkeit über die immer noch geringen Wolfsburger Zahlen und die hier und dort heruntergefahrenen Einschränkungen mischt sich die Sorge, wie es weitergeht – im Klinikum, in den Heimen, beim großen genauso wie kleinen Sport sowie in vielen Freizeiteinrichtungen.

Müller sagt: „Es ist schön, dass wir zum Beispiel in den Altenheimen wieder eine Art Normalität leben können, dass also Sozialkontakte wie regelmäßige Besuche von Angehörigen unter Einhaltung der bekannten Pandemie-Schutzregeln wieder möglich sind.“ Denn darauf bestehe auch durchaus ein Anspruch, ist die Dezernentin überzeugt.

„Test-Drive-In“ steckt weiter in den Startlöchern

Mit Blick auf die nächsten Wochen appelliert sie zunächst an die Eigen-Verantwortung und die für Risikopatienten: „Wer beispielsweise einen Heimbewohner zu einer Familienfeier oder sogar in den Urlaub mitnimmt, soll bitte versuchen, die sozialen Kontakte so gering wie möglich zu halten.“ Auch die Heime arbeiteten bereits an Konzepten, um die Einschleppungsgefahr des Virus’ über solche Wege möglichst gering zu halten. Über Masken- und Abstandsregeln hinaus soll es insbesondere sehr ausführliche Registrierungen geben, um auch weitere Kontaktpersonen im Blick zu haben.

Eine große Rolle werden in Wolfsburg vor allem ausgiebige Testungen spielen, die ja dank des umsichtigen Einsatzes von Volkswagen freiwillig und in speziellen Containern problemlos möglich sein werden.

Auch der im Mai erstmals von der Stadt angekündigte „Test-Drive-In“, der aber wegen der dann doch stark gesunkenen Zahl an Neuinfektionen bisher nicht installiert wurde, steckt weiter in den Startlöchern. Müller: „Sobald irgendein geringer Verdacht auf eine Infektion besteht, müssen und werden Hausärzte und im Bedarfsfall das Gesundheitsamt testen – und natürlich die Kapazitäten dafür vorhalten.“

Laborkapazitäten für schnelle Corona-Test-Auswertungen sind ausgebaut

Vorbereitungen laufen ebenso für die schnelle Auswertung der Tests – im Medizinischen Versorgungszentrum am Klinikum Wolfsburg sind schon, auch in Kooperation mit VW, die Laborkapazitäten ausgebaut. Die Basis, um einer möglichen zweiten Corona-Welle mit aller Kraft entgegenzutreten, ist also gelegt.

Was jetzt zählt, ist das umsichtige Verhalten jedes einzelnen – und dazu eine ordentliche Portion an Geduld. Denn auch das steht schon für die folgenden Monate fest: Unser Freizeitverhalten wird eingeschränkt bleiben. Wie stark, da sind wir vielleicht oder besser hoffentlich ein bisschen unseres eigenen Glückes Schmied…

Monika Müller: „Das Bewegungsbad wird über den Sommer geschlossen bleiben“

Wobei Müller hier auch schon rückblickend ein großes Lob bereithält: „Nehmen wir nur mal das beliebte Bewegungsbad – es wird über den ganzen Sommer geschlossen bleiben. Und doch gibt es ganz wenig Beschwerden, die Menschen nehmen in dieser Krise viel hin.“ Störungsfrei läuft auch die Online-Registrierung etwa in den Bädern oder im Klinikum: „Das klappt sehr gut. Im Klinikum sogar so gut, dass andere das System von uns übernehmen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder