Sprache in Wolfsburg soll geschlechtergerecht sein

Lesedauer: 2 Minuten
Auf einem Banner sind drei Möglichkeiten für Geschlechter zu sehen. In ihren Schreiben, Veröffentlichungen und Dokumenten will die Wolfsburger Stadtverwaltung in Zukunft eine geschlechtersensible Sprache nutzen.

Auf einem Banner sind drei Möglichkeiten für Geschlechter zu sehen. In ihren Schreiben, Veröffentlichungen und Dokumenten will die Wolfsburger Stadtverwaltung in Zukunft eine geschlechtersensible Sprache nutzen.

Foto: Peter Steffen / dpa (Symbolfoto)

Wolfsburg.  Die Stadt nimmt die geschlechtergerechte Sprache in die Allgemeinen Geschäftsanweisungen auf.

Seit April ist eine überarbeitete Version der Allgemeinen Geschäftsanweisung für die Stadt Wolfsburg in Kraft getreten. Bereits zuvor war der Grundsatz des Schriftverkehrs der Stadtverwaltung, dass dieser in verständlicher, adressatenorientierter und geschlechtergerechter Sprache abzufassen ist. „Es gab jedoch keine Definition, was genau geschlechtergerecht bedeutet, und entsprechend interpretierten viele Fachbereiche diesen wichtigen Grundsatz sehr individuell“, erklärt Antje Biniek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wolfsburg, in einer Mitteilung der Stadt. Aus diesem Grund sei eine Überarbeitung der Geschäftsanweisung notwendig gewesen.

Die Neufassung besagt nun, dass Personenbezeichnungen geschlechterneutral formuliert werden müssen oder das Gendersternchen zu verwenden ist. Antje Biniek ist überzeugt, „dass eine Verwaltung, welche wesentlichen Einfluss auf das Zusammenleben und die Rahmenbedingungen in einer Stadt hat, alle Menschen erkennbar ansprechen sollte.“ In diesem Kontext sei es ihr wichtig, geschlechtliche Vielfalt abzubilden und so ein Bewusstsein dafür zu schaffen: „Das Gendersternchen steht als Platzhalter für weitere Geschlechter, abseits des binären Systems von weiblich und männlich – auch in Wolfsburg gibt es Menschen, welche diesen Platzhalter für die eigene Identität beanspruchen und selbstverständlich als Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen werden wollen.“

Im nächsten Schritt haben die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung eine durch das Gleichstellungsreferat verfasste interne Handreichung erhalten, die bei der Verwendung der geschlechtergerechten Sprache unterstützen soll. Darin ist beispielhaft erklärt, wie Texte verfasst oder umgestellt werden können, um den Grundsatz zu erfüllen. „Es ist natürlich wichtig, dass Mitarbeitende und Führungskräfte sensibilisiert werden und an der Umsetzung mitwirken. Letztlich muss die gesamte Stadtverwaltung an einem Strang ziehen, um eine Veränderung herbeizuführen, welche das Zusammenleben positiv beeinflusst“, erklärt Antje Biniek. Sie sei überzeugt, dass die geschlechtergerechte Sprache hierzu einen wichtigen Beitrag leiste. red

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)