Absatz-Fiasko: VW hat nur noch Arbeit für diese Woche

Die Lage bei Europas größtem Autobauer spitzt sich zu. Gearbeitet wird wohl nur noch diese Woche im Dreischichtsystem.

Im Stammwerk hat sich bestmöglich auf die Verhinderung von Ansteckungen vorbereitet. Doch das nutzt nichts, denn es gibt schlichtweg nicht genügend Aufträge.

Im Stammwerk hat sich bestmöglich auf die Verhinderung von Ansteckungen vorbereitet. Doch das nutzt nichts, denn es gibt schlichtweg nicht genügend Aufträge.

Foto: Matthias Leitzke volkswagen ag

Wolfsburg. VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann verkündete am Montag Horror-Absatzzahlen – für Deutschland, Europa, Amerika und fast den ganzen Rest der Welt. An eine geordnete und planbare Produktion ist nun auch in Wolfsburg selbst kurzfristig nicht mehr zu denken. Wahrscheinlich wird das Stammwerk in dieser Woche noch im Dreischicht-Betrieb fahren. Die beiden restlichen Wochen im Mai (18. bis 31. Mai) kommt es dann aber ganz dick für Europas größten Hersteller. Es gibt einfach nicht genug Bestelleingänge. Und: Wegen der Coronaepidemie ist auch die Teileversorgung nicht umfassend gesichert.

Wie von unserer Zeitung berichtet, diskutiert der Betriebsrat am Dienstag, 12. Mai, über Schließtage in den Fertigungen 1 und 2. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bislang um Schließtage für die Schicht 3 der Montagelinie 3 (Golf-Fertigung) am 15.,20., 25. und 29. Mai. An den Montagelinien 1 und 4 (Tiguan, Touran und Seat Tarraco) sollen an diesen Tagen alle Schichten ausfallen. Zudem wird der Freitag, 22. Mai, zum Brückentag. Doch das Unternehmen ist offenbar nicht sehr zuversichtlich, dass es damit getan ist. Die Arbeitnehmervertreter werden heute entscheiden, ob der Korridor für mögliche Schichtabsagen bereits am 18. Mai beginnt und Ende des Monats endet. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Das Absatz-Fiasko zwingt Volkswagen dazu, die Werker schon wieder nach Hause zu schicken.

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