Ein Coronatest-Drive-In für Wolfsburg?

Wolfsburg.  In Braunschweig gibt es bereits die Möglichkeit, im Auto vorzufahren und sich testen zu lassen.

Am Drive-In in Braunschweig ließen sich bereits zahlreiche Menschen mit signifikanten Symptomen auf das Coronavirus testen.

Am Drive-In in Braunschweig ließen sich bereits zahlreiche Menschen mit signifikanten Symptomen auf das Coronavirus testen.

Foto: Norbert Jonscher / (Archiv)

Seit Ende März gibt es in Braunschweig einen Coronatest-Drive-In. Vor dem Sitz der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) an der Petrikirche können Menschen mit dem Auto vorfahren und sich auf das Virus testen lassen. Durch das Seitenfenster wird nach den Maßgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Abstrich gemacht. Wäre so ein Drive-In auch denkbar für Wolfsburg?

Zu Beginn der Coronakrise hat die Bezirksstelle Braunschweig der KVN für den gesamten Bezirk zentral die Abstriche organisiert. Zunächst durch die Corona-Mobile, zuletzt durch das zusätzliche Drive-In. „Das Drive-In in Braunschweig wird von freiwilligen Ärzten, die stundenweise die Abstriche machen, betrieben“, sagt Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzender des Bezirksausschusses der KVN. Nicht nur bei Braunschweigern, die Symptome haben, sondern für Menschen aus dem gesamten KV-Bezirk, also auch aus Wolfsburg und Salzgitter sowie aus den Landkreisen Helmstedt, Gifhorn, Wolfenbüttel, Peine und Goslar. Das heißt aber nicht, dass jeder von sich aus und ohne Termin zum Drive-In kommen kann. „Die Abstrichindikation wird durch den behandelnden Hausarzt gestellt, der Patient bei der KV gemeldet und bekommt dann seinen Abstrich im Drive-In oder per Mobil“, erklärt Dr. Kleinschmidt.

Nachdem das RKI kürzlich ein neues Ablaufschema zur Testung herausgegeben habe und die Rufe aus der Politik nach mehr Tests lauter würden, müssen man sehen, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickele, so Dr. Kleinschmidt weiter. Die Testkapazitäten (Abstrichmaterial und Labor) reichten zurzeit problemlos aus. Pläne, einen Coronatest-Drive-In in Wolfsburg einzurichten, gebe es derzeit nicht. Aber: „Wir sind flexibel in der Lage, jederzeit entsprechend des Bedarfs zu reagieren“, sagt Dr. Kleinschmidt.

Grundsätzlich sei ein Abstrichtest immer eine Momentaufnahme. Ein heute negativer Test könne zwei Tage später positiv ausfallen. Dr. Kleinschmidt: „Deshalb stehe ich ungezielten Massentestungen eher skeptisch gegenüber. Im internationalen Vergleich hat Deutschland ohnehin schon sehr viel und fleißig getestet, so dass ich glaube, dass ein wesentliches mehr an Testungen nur einen begrenzten Wert hätte. Wichtig sind die Testungen bei der Verfolgung von Infektionsketten und natürlich zur Diagnosesicherung.“

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