Erzieherinnen besuchen Kita-Kinder per Video

Wolfsburg.  Das Team der Kita am Gutspark in Mörse bringt so etwas Kita-Alltag nach Hause. Viele Kinder vermissen ihre gewohnten Bezugspersonen.

 "Wer will fleißige Maler sehen.", singen Krippenerzieherin Sarah Bührke (links) und Melina Simm, Erzieherin im Kindergarten Mörse, in einem der Videos. Die Kita-Kinder können von zuhause aus mitverfolgen, wie weit die aktuell laufenden Malerarbeiten in der Kita vorangeschritten sind. 

 "Wer will fleißige Maler sehen.", singen Krippenerzieherin Sarah Bührke (links) und Melina Simm, Erzieherin im Kindergarten Mörse, in einem der Videos. Die Kita-Kinder können von zuhause aus mitverfolgen, wie weit die aktuell laufenden Malerarbeiten in der Kita vorangeschritten sind. 

Foto: Stadt Wolfsburg

Trennungen sind schmerzhaft – vor allem für Kinder. Und so sind die Kita-Schließungen Freud und Leid zugleich für die Kleinen. Schön: Viel Zeit mit Mama und Papa. Nicht so schön: Die liebgewonnenen Erzieher und Freunde sind nicht mehr da. Hinzu kommt, dass die gewohnte Routine, die gepflegten Rituale wegfallen. Von Alltag keine Spur.

Um die Kinder aufzuheitern, aber auch, um ihnen ein bisschen Kita-Alltag in die eigenen vier Wände zu schicken, hat sich das Team der Kita am Gutspark in Mörse etwas besonderes überlegt. Jeden Tag gibt es ein Video der Erzieher das per Dropbox-Link verschickt wird. „Am Anfang waren es nur Geburtstagsgrüße“, erzählt Kita-Leiterin Ramona Preus, „dann entwickelte sich immer mehr daraus: Geschichten, Tischsprüche, Bastel-Stunden, manchmal sind auch Erklär-Videos für Eltern dabei.“ Die Videos werden von den Erziehern aus dem Home-Office gemacht. Das Kita-Team bespricht sich regelmäßig per Video-Konferenz über neue Inhalte. Ramona Preus schneidet dann aus dem Material die Videos. „Die Clips sind sechs bis zehn Minuten lang“, erzählt sie.

Dem Kita-Team geht es darum, den Kontakt zu halten, und darum, den Trennungsschmerz zu lindern. Auch den eigenen, denn ab und zu kommt ein Video zurück. „Da freuen wir uns immer sehr“, sagt Preus. Einige Kinder sind besonders traurig, auf ihre Erzieher verzichten zu müssen. „Sie haben ja Bezugspersonen bei uns, die wegfallen“, sagt Preus. Manchmal erstelle eine Erzieherin dann auch mal ein Video für ein einzelnes Kind.

Im Allgemeinen aber können alle Krippen- und Kindergartenkinder die Videos sehen. „Wir haben ein offenes Konzept, also kennen alle 80 Kinder alle 17 Erzieher und umgekehrt“, sagt Ramona Preus. Sie freut sich darüber, wie viele Kinder schon die Kita besucht haben und einen Gruß dagelassen haben: Denn auch das kommt vor. „Einige haben Bilder gemalt und vor die Kita gelegt, Blumen wurden gebracht, ein Stein bemalt, ein Regenbogen gemalt“, sagt Preus.

Über das, was in der Kita selbst geschieht, hält das Team die Kinder ebenfalls auf dem Laufenden. Eben erst waren die Handwerker da. „Unsere Handpuppe Kuddel-Muddel hat sich im Video alles angesehen“, erzählt Preus. Wenn die Kinder ihre Kita wieder zurück erobern können, erwartet sie nun etwas mehr Platz, außerdem blitzeblanke Räume und frisch gestrichene Wände. Im Garten wurde ein Tipi aus Weidenpflanzen gebaut. „Ich fände es schrecklich, wenn alles brach liegen würde“, sagt Preus. So ist zumindest etwas Leben im Haus.

Besonderen Dank spricht die Kita-Leiterin ihren Mitarbeitern aus. „Sie zeigen großartiges Engagement, und von den Eltern kommt viel Unterstützung und positives Feedback. Das ist die beste Motivation, die es gibt“, sagt Preus.

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