„Formel 1“ in der Autostadt: Rasen mit Köpfchen

Nordstadt.  Rennsport als Geschäftsmodell. In der Autostadt zeigten Schülerinnen und Schüler, dass es mit Rasen allein nicht getan ist.

Mit vollem Einsatz waren die jungen Teilnehmer bei der Sache.

Mit vollem Einsatz waren die jungen Teilnehmer bei der Sache.

Foto: Anja Weber / regios24

Zwei Miniboliden standen am Start. Rennleiter Vincent Wolgast gab das Startzeichen, die CO2-Kartusche für den Antrieb wurde gezündet, und in Sekundenschnelle waren die Mini-Rennwagen über die Bahn geflitzt. Bei den Teams und deren Fans wich die Spannung, die Reaktionen reichten, je nach (Zeit-)Ergebnis, von heller Begeisterung bis enttäuschtem Kopfschütteln. Am Samstag wurde im Zeithaus der Autostadt der Regionalentscheid Niedersachsen des Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ ausgerichtet, ausgeschrieben von der Nordmetall-Stiftung.

27 Teams traten in zwei Wertungskategorien an. Das waren Gruppen mit einem Höchstalter ihrer Mitglieder bis 14 Jahre und mit 15- bis 19-Jährigen. Bei diesem Wettbewerb, auf den sich die männlichen und weiblichen Jugendlichen monatelang vorbereitet hatten, war Höchstgeschwindigkeit nicht das einzige Kriterium für ein Top-Abschneiden. Die im Schnitt 3 und 6 Teilnehmer pro Team hatten – unter Begleitung von Lehrern und Betreuern - im Rahmen des Wettbewerbs eigenständig viele Aufgaben zu erledigen. Erst dann konnte es in Wolfsburg mit den Autos auf die Piste gehen.

Sponsoren waren einzuwerben, die Mini-Renner waren nach genauen Abmessungsvorgaben zu bauen, und eine Dokumentation der Arbeitsschritte musste ebenfalls erstellt werden. Wer gewinnen wollte, wusste: Es kommt auch auf eine gute Präsentation an einem selbst gestalteten Stand an. Blue Panthers, Fast Eagles, White Tigers und Atomic Racers gingen deshalb nicht nur technisch, sondern auch optisch in die Offensive. Sie wollten bei einer Jury Eindruck machen, um eine gute Bewertung zu erzielen. Im Trio gingen - neben anderen Experten - Sandra Flügge (VW-Nutzfahrzeuge), Vignesh Venkatesan (VW-PKW-Sparte) und Ingo Weidig (PS Einbeck) von Stand zu Stand. Ihr erster Eindruck: „Die Spannweite der Qualität ist groß, manche Mannschaften sind zum ersten Mal dabei, andere haben bereits mehrmals mitgemacht.“ Was Sandra Flügge allen Teilnehmern als Botschaft hinterließ: „Wer hier ein Auto an den Start gebracht und mitgemacht hat, ist schon ein Gewinner.“ Es gehe nicht nur um den Sieg und die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft, sondern auch um Kompetenzerwerb auf unterschiedlichen Feldern.

In dieser Einschätzung waren sich Sandra Flügge und Ralf Werner, Projektleiter beim Veranstalter „Nordmetall-Stiftung“ einig. Vom Gymnasium Oedime bei Lüneburg kamen Timon Richter, Robert Koch und Marlon Schecke, und sie nahmen nicht zum ersten Mal teil. Was Timon am Cup so spannend findet: „Bei der Vorbereitung entdeckt man jedes Mal neue Lösungswege.“ Lara Lückmann (15) aus Papenburg ist Teamsprecherin des dortigen Senior-Teams „Regning“. Die Gymnasialschüler wollten, nach mehreren Anläufen, „beim Kampf um Platz 1 diesmal voll durchstarten.“ Eine intensive Vorbereitung hatten sie hinter sich. „Etwa 10 000 Apps haben wir in dieser Phase untereinander ausgetauscht“, blickte Lara auf die permanente Kommunikation, über den Unterrichtsrahmen hinaus, zurück. Unterstützung hatten die Schüler durch Physikobmann Hans-Gerd Hinrichs und Lätizia Bojara. Die Mutter eines Schülers mischt schon seit Jahren mit. „Als Mutmacherin, und weil ich durch meine Tätigkeit als Projektleiterin an der Volkshochschule den jungen Leuten manchen Tipp geben kann“, sagte sie.

Gewonnen haben am Ende die Teams aus Ahlerstedt und Harsefeld. Einen Sonderpreis der Autostadt gab es für die „Eco-Unicorns“ des Gymnasiums Papenburg. Gruppen aus der Region Braunschweig- Wolfsburg nahmen nicht teil.

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