Wolfsburger Regisseur plant Fernsehserie

Wolfsburg.  Für „The Circus“ wird im März ein Trailer gedreht. Michaela Schaffrath spielt darin eine Hauptrolle.

Regisseur und Produzent Olaf Levin möchte eine Serie drehen. Mitte März wird ein Trailer produziert, mit dem der Wolfsburger bei Fernsehsender Werbung für sein Projekt machen möchte. 

Regisseur und Produzent Olaf Levin möchte eine Serie drehen. Mitte März wird ein Trailer produziert, mit dem der Wolfsburger bei Fernsehsender Werbung für sein Projekt machen möchte. 

Foto: Helge Landmann / regios24

Zirkusdirektor, Magier, Clown, Messerwerferin, starker Mann, Undercover-Polizistin und der Junge – das Aussehen und den Charakter der sieben wichtigsten Protagonisten kann Olaf Levin ganz genau beschreiben. Nun gilt es, die passenden Darsteller dafür zu finden. Der Geschäftsführer der Wolfsburger Produktionsfirma Filmburg hat Großes vor: Er möchte eine neunteilige, abgeschlossene Serie fürs Fernsehen oder einen Streamingdienst drehen. Titel: „The Circus“.

Amazon, Netflix, ARD, ZDF oder Disney? Der 48-Jährige ist überzeugt, dass seine Serie das Potenzial für einen großen Anbieter hat. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es funktioniert. Alle sind von der Idee begeistert und springen sofort auf“, meint Levin.

Der Startschuss fällt in drei Wochen. Vom 13. bis 15. März wird in Wolfsburg zunächst ein Trailer produziert, der die Filmbosse begeistern und zur finanziellen Unterstützung animieren soll. Hauptdarstellerin des kurzen Werbefilms ist Michaela Schaffrath. Die 49-Jährige ist seit vielen Jahren als Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin gut im Geschäft. „Sie hat sofort zugesagt“, freut sich Levin. Schaffrath spielt im Trailer eine Wahrsagerin, deren eine Gesichtshälfte durch Säure verunstaltet wurde.

Finster und viel schwarzer Humor

Ebenfalls dabei ist Taco Ockerse (64). Der niederländische Popsänger wurde Anfang der 1980er-Jahre bekannt durch seine Coverversion des Irving-Berlin-Hits „Puttin’ on the Ritz“. „Ich habe mich sofort in sein Gesicht verliebt“, erzählt Levin. Eine weitere tragende Rolle übernimmt das Wolfsburger Universaltalent Stefan Morawietz. Der Schauspieler, Musiker, Stuntmen, Bodybuilder und Grafiker ist ein enger Vertrauter Levins. Morawietz wandelte Levins Idee auch in erste Drehbücher um. „Im Spätsommer 2018 habe ich Stefan im Café Schrill in Mörse das erste Mal von meiner Idee erzählt“, erinnert sich Levin. „Stefan hat die Drehbücher genau auf den Punkt geschrieben.“

Worum geht es in der Geschichte? „Das ist schwer zu fassen“, räumt Levin ein und überlegt kurz. Dann sprudelt es aus dem Filmemacher heraus. „Es ist eine Mischung aus modernem Märchen und einem Western mit Showdown.“ Die Handlung spielt in einem Zirkus. Tiere werden dabei aber nicht zum Einsatz kommen. „Es ist eine finstere Geschichte mit schwarzem Humor, bei der einem das Lachen oft im Halse stecken bleibt.“

Zirkusdirektor ist ein Bio-Nazi

Im Mittelpunkt einer Folge steht immer einer der sieben Charaktere. Jede Folge soll ihren eigenen Titelsong bekommen, gespielt am liebsten von Bands aus der Region. „Der Zirkusdirektor ist ein Bio-Nazi“, erzählt Levin. Dieser reagiere sofort aggressiv, wenn er Menschen Fleisch essen oder Leder tragen sieht. Levin: „Das spielt auf unsere heutige Hasskultur an. Es ist auch eine moralische Geschichte, aber ohne erhobenen Zeigefinger.“ Weitere Story: Der als sexbesessen verrufene Magier hatte in Wahrheit noch nie Sex, verliebt sich dann aber in eine Prostituierte. Ihre erste Liebesnacht in einem alten VW-Bulli endet schließlich so dramatisch, dass die Szene auch in einem Film von Kultregisseur Quentin Tarantino Platz finden würde.

Seit zwölf Jahren dreht Levin professionell Filme. Unterstützt wird er dabei von seinem Mitarbeiter Emmanuele Pinto. Produziert werden kurze Werbeclips, Reportagen, Dokumentationen oder Musikvideos sein, aber auch Spielfilme. Ende Dezember feierte der 20-minütige Kurzfilm „Take Five“ Premiere im Delphin-Kino. Bei der Gangster-Komödie agierten neben professionellen Schauspielern wie Dominic Boeer („Soko Wismar“) auch Laien wie Ex-Fußballstar Pierre Littbarski vom VfL Wolfsburg und Grizzly-Profi Brent Aubin mit Gattin Bianca vor der Kamera. Nun möchte Levin erstmals eine Serie für ein breites Publikum produzieren. „Der Markt dafür ist groß, aber auch sehr voll. Das wird nicht einfach“, schätzt der Fan der Serie „True Detectives“ seine Chancen auf den Durchbruch realistisch ein. „Aber ich bin fest von der Idee der Geschichte überzeugt.“

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