Café Mückenstich und „Kübel-Stühle“ – VW-Autor sucht Infos

Wolfsburg.  Sie wurden für Adolf Hitlers Armeen gebaut. Kübel- und Schwimmwagen sind inzwischen Sammlerobjekte. Einer dieser Sammler schreibt nun ein Buch.

Rüdiger Haack mit Tochter bei einer Probefahrt mit seinem Schwimmwagen, den er später an ein Museum verkaufte.

Rüdiger Haack mit Tochter bei einer Probefahrt mit seinem Schwimmwagen, den er später an ein Museum verkaufte.

Foto: Privat

Schon mal etwas vom „Volks-Amphi“ gehört? Oder vom Café Mückenstich? Wenn nicht, dann können sie Rüdiger Haack aus Einbeck nicht weiterhelfen. Weiterlesen sollten sie aber dennoch, denn der Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand will einem ganz speziellen Volkswagen ein Denkmal zwischen zwei Buchdeckeln setzen. Es geht um den Typ 166 Schwimmwagen, einer Amphibien-Version des Wehrmacht-Kübelwagens.

Haack interessierte sich schon als Schüler für den Käfer von VW, als Student restaurierte er dann einen alten Kübelwagen und stieß in diesem Zusammenhang auch auf die schwimmfähige Version. Für Volkswagen arbeitete der Ingenieur zu Beginn der 1970er Jahre als Volontär, Systemanalytiker und Planer. Zu diesem Zeitpunkt sammelt Haack bereits Teile für das speziell für die Waffen-SS entwickelte Amphibienfahrzeug oder baute sie selbst nach. „Als ich mit dem Studium fertig war, da war auch der Nachbau endlich fertig – mit Zulassungen für den Straßen- und Wasserbetrieb. Den habe ich später dann an ein Museum verkauft“, erinnert sich der Einbecker.

Aber damit setzte die Liebe keinesfalls Rost an. Haack wechselte vom Tüfteln zum Archivieren und kombinierte dadurch „zwei meiner schon lange gepflegten Hobbys“. Er sammelte alles über die Geschichte des Volkswagenwerkes, des VW-Käfers sowie der Amphibienfahrzeuge. Zunächst plante er, in einer Oldtimer-Zeitung über Schwimmwagen mit Volkswagen-Bezug zu berichten. Da er aber schon Material über 35 Fahrzeuge hatte, entstand die Idee zu einem Buch. „Es soll kein trockenes Fachbuch werden, sondern auch lustige und außergewöhnliche Geschichten und Anekdoten beinhalten. So auch die Geschichte, die mir während meiner Wolfsburger Jahre ein Zeitzeuge berichtet hat“, erzählt Haack. Und hier kommt das einstige „Café Mückenstich“ ins Spiel. Auf dem Klieversberg, im Wald nahe der Porsche-Hütte gelegen, gab es unmittelbar nach Kriegsende das im Volksmund Café Mückenstich genannte kleine Barackenrestaurant. „In Ermangelung von Gestühl für die Außenrestauration wurden aus im VW-Werk noch vorhandenen Schwimmwagen-Schalensitze (eine Blech-/Rohr-Konstruktion) Gartenstühle angefertigt, indem man die Sitzschalen mit 4 Beinen aus Stahlrohr versah“, berichtet der VW-Fan das damals Gehörte. Ähnliche Stühle, allerdings mit Sitzschalen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, wurden ab 1950 in USA vom Designer-Ehepaar Charles und Ray Eames und werden von verschiedenen Firmen bis heute als Design-Möbel angeboten. Der Buchautor sucht nun Wolfsburger Zeitzeugen und Fotos vom Behelfs-Cafe und/oder auch von den Stühlen.

Mit seinem Buch will Haack eine technik-historische Abhandlung über schwimmfähige VW-Landfahrzeuge für den Personentransport vorlegen. Der VW-Bezug berücksichtigt alle heute zur Volkswagen-Gruppe gehörenden Marken und Werke und die dort projektierten, konstruierten und gebauten Fahrzeuge. Das Buch bezieht aber auch die Fahrzeuge mit ein, in denen Baugruppen aus der Firmen der heutigen Volkswagen-Gruppe verbaut wurden. Serienfahrzeuge, professionelle Prototypen aber auch private Projekte und Realisierungen finden gleichfalls Berücksichtigung, so der Autor.

Wer etwas weiß, kann Rüdiger Haack telefonisch unter der Durchwahl 05561-2594 oder per E-Mail unter ruediger.haack@t-online.de kontaktieren.

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