Verwüstungen und Übergriffe auf die Polizei in Wolfsburg

Wolfsburg  Angriffe, Verwüstungen und Festnahmen. Die Silvesterfeier in Westhagen ist völlig aus dem Ruder gelaufen.

Der Marktplatz in Westhagen. Die Silvesterfeier eskalierte sehr schnell. Es gab Angriffe auf die Polizei und massive Verwüstungen.

Der Marktplatz in Westhagen. Die Silvesterfeier eskalierte sehr schnell. Es gab Angriffe auf die Polizei und massive Verwüstungen.

Foto: Anja Weber / regios24

In Westhagen ist es in der Silvesternacht zu schweren Übergriffen auf Polizei und Feuerwehr gekommen. Es gab Verletzte und Festnahmen. Zu den Gewalttätigkeiten kam es eine knappe halbe Stunde nach dem Jahreswechsel im Bereich Jenaer Straße/Halberstädter Straße.

Einsatzkräfte wollten Personalien feststellen

Die Polizei schreibt dazu: „Bei einem Einsatz wegen eines Brandalarms in einem Schulkomplex in Westhagen wurden in der Silvesternacht Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr massiv mit Feuerwerksraketen und Leuchtmunition durch ausufernde Silvesterfeiernde vom nahen Marktplatz vor dem Einkaufszentrum beschossen.“ Nachdem Einsatzbeamte aus Braunschweig und Gifhorn zur Unterstützung am Einsatzort zusammengezogen wurden, stellten 26 Einsatzkräfte bei insgesamt 31 Personen die Identität fest. Mit Platzverweisen wurde das Silvesterfeuerwerk der Feiernden nach drei Stunden schließlich beendet.

Der Krawall ging weiter

Doch damit war der Krawall noch nicht unter Kontrolle. Als sich vier Beteiligte im Alter zwischen 18 und 23 Jahren den polizeilichen Maßnahmen widersetzen und als mutmaßliche Tatverdächtige von Einsatzkräften erkannt wurden, legten die Beamten ihnen Handfesseln an. Es werden drei Schreckschusswaffen mit Aufsätzen zum Verschießen von Feuerwerksmunition sichergestellt. Erst später stellte sich heraus, dass Schulfensterscheiben mutwillig zerstört und in dem betroffenen Klassenzimmer Knallkörper gezündet worden waren. Vermutlich entstand ein Schaden von über 10.000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall.

Zunächst wurden Scheiben zweiter Schulen zerstört

Nach ersten Erkenntnissen wurden zunächst mehrere Fensterscheiben der Wolfsburger Oberschule und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums zerstört. Danach wurden mehrere angezündete Silvesterraketen und Knallkörper in ein Klassenzimmer geworfen. Brandbeschädigungen an dem Schulmobiliar, Wänden und dem Fußboden waren die Folge.

Angriff auf die Beamten

Zu diesem Zeitpunkt hielten sich nach Polizeiangaben mindestens 50 Feiernde auf dem nahen Marktplatz zum Silvesterfeuerwerk auf. Als Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr aufgrund des Brandmeldealarms im Schulkomplex den genauen Brandort lokalisierten, wurden sie mit Böllern beworfen, die in einer extrem lauten blitzartigen Detonation abbrennen, so dass die Beamten von illegalen Feuerwerkskörpern ausgehen mussten. Als die Einsatzkräfte sich in dem betroffenen Klassenzimmer zur Schadensbegutachtung aufhielten, näherte sich eine kleine Gruppe, zündete Raketen und nutzte Feuerwerksmunition, die nur aus Schreckschusswaffen abgefeuert werden kann.

Diese Feuerwerksgeschosse schlugen durch die zerstörten Scheiben direkt in dem Klassenzimmer zwischen den Kräften ein. „Zum Glück wurde keine Einsatzkraft verletzt“, bilanzierte ein Polizeisprecher. Bei diesen Waffen handelte es sich nach dem Waffengesetz um erlaubnispflichtige Waffen, die auf öffentlichen Wegen und Plätzen nicht geführt werden dürfen. Nach den ausgesprochenen Platzverweisen löste sich die Gruppe auf dem Marktplatz auf. Die zerstörten Scheiben der Schule wurden gesichert. Die Ermittlungen dauern an.

Krawalle in Wolfsburg – Deeskalation ist die einzigen Option

Der Oberbürgermeister ist bestürzt

Nach dem Angriff einer Gruppe Jugendlicher auf das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Wolfsburg äußert sich Oberbürgermeister Klaus Mohrs: "Was mich an der Tat am meisten entsetzt, ist, dass die jungen Menschen nicht Halt davor gemacht haben, die Einsatzkräfte anzugreifen. Erst fremdes Eigentum vorsätzlich und mutwillig zu zerstören und dann noch diejenigen zu attackieren, die sich um den angerichteten Schaden kümmern wollen, ist unfassbar. Ich möchte der Feuerwehr und der Polizei von Herzen danken. Dass sie im Einsatz sind und Gefahren abwehren, damit die meisten von uns die Feiertage genießen können, kann gar nicht genug gewürdigt werden: Danke!"

Laut Stadträtin Iris Bothe kann der Unterricht am Albert-Schweitzer-Gymnasium am 6. Januar trotz des Schadens planmäßig beginnen.

So fällt die Gesamtbilanz der Polizei und der Feuerwehr zur Silvesternacht in der Region aus. red

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