Keine rechte Unterwanderung in den VW-Betriebsräten

Wolfsburg.  Die IG Metall Wolfsburg legt sich fest: In den VW-Betriebsräten gibt es keine rechten Umtriebe oder Tendenzen. Das ist nicht überall so.

Das neue Logo von Volkswagen leuchtet auf dem Markenhochhaus am VW Werk.

Das neue Logo von Volkswagen leuchtet auf dem Markenhochhaus am VW Werk.

Foto: Julian Stratenschulte/picture alliance

Droht den Gewerkschaften in Deutschland eine Unterwanderung durch Mitglieder, die dem rechten politischen Spektrum nahestehen? Nicht in Wolfsburg und nicht in der Zuständigkeit der Verwaltungsstelle der IG Metall. Das betonten die drei Geschäftsführer der Wolfsburger IG Metall in einem Beitrag der Gewerkschaftszeitung „Wir“.

„In den Unternehmen in der Region Wolfsburg gibt es keine Betriebsräte mit rechtem Hintergrund und auch keine entsprechenden Listen. Weder bei der letzten Betriebsratswahl bei Volkswagen 2018 noch anderswo hat es erkennbar rechte,völkische oder nationalistische Kandidatinnen und Kandidatengegeben. Wir sind sehr nah dran an den Beschäftigten und würden solche Strömungen frühzeitig mitbekommen“, legte sich der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Matthias Disterheft fest. Andernorts ist das anders. An Daimler-Standorten ist beispielsweise die Betriebsgruppe „Zentrum Automobil e.V.“ aktiv, der beispielsweise von der Plattform Labournet eine „neofaschistische“ Gesinnung attestiert wird.

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der Wolfsburger IG Metall, nennt in dem Beitrag mögliche Gründe für die Aktivitäten rechter Betriebsgruppen: „Aus betrieblicher Sicht erleben wir in den Unternehmen gerade Umbrüche durch die Digitalisierung; zusätzlich verunsichert der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf die Arbeitswelt viele. Manche Kolleginnen und Kollegen erleben derzeit ein Gefühl der Orientierungslosigkeit. Nationalisten und Rassisten wissen, dass die Menschen in solchen Stimmungslagen anfälliger für ihre Parolen sind – auch im Betrieb.“ Seine Stellvertreterin Ricarda Bier empfiehlt: „Wichtig ist vor allem, dass die Menschen im Alltag aufmerksam sind, zuhören und widersprechen, wenn sie mit Rassismus konfrontiert werden. Egal ob im Verein, bei der Arbeitoder beim Einkaufen.“

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