Dennis Weilmann: „Wolfsburg digital und lebenswerter machen“

Interviewer Hendrik Rasehorn stellt vier Fragen an Dennis Weilmann, Wolfsburgs Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur.

Dennis Weilmann (r). Der 44-Jährige ist Wolfsburgs Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur sowie Geschäftsführer der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH.

Dennis Weilmann (r). Der 44-Jährige ist Wolfsburgs Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur sowie Geschäftsführer der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH.

Foto: Helge Landmann / regios24

Wolfsburg will digitale Modellstadt werden – wie soll die aussehen, was sind die Meilenstein-Projekte und was hat der Bürger davon?

Wir haben in Wolfsburg früh damit begonnen, uns mit den Auswirkungen der digitalen Transformation zu beschäftigen. Wir wollen die Chance nutzen, die Stadt der Zukunft aktiv zu gestalten und stellen uns daher die Frage: Wie können wir die Digitalisierung nutzen, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern? Ein wichtiger Meilenstein war der Start von #WolfsburgDigital. Dort haben wir uns zusammen mit Volkswagen genau dieses Ziel gesetzt und wollen zusätzlich die Qualität des Wirtschaftsstandorts stärken. Aus dieser Initiative heraus sind die ersten Ergebnisse schon erlebbar in der Stadt. Mit dem Zuschlag zur Smart-City-Modellstadt, als eine von drei Großstädten bundesweit sowie als Projektregion für 5G haben wir wichtige nächste Schritte machen können.

Wie weit ist die Umsetzung der wichtigsten Projekte?

Eines der wichtigsten Projekte ist der Glasfaserausbau, mit dem wir früh gestartet sind. Unser Ziel, jeden Haushalt direkt an einen Glasfaseranschluss zu bringen, schreitet voran. Auch, wenn wir merken mussten, dass es nicht so schnell umsetzbar ist, wie wir ursprünglich geplant hatten… Dennoch halten wir an unserem Ziel fest, denn wir sind uns absolut sicher, dass ein potenter Breitbandanschluss unverzichtbar ist. Außerdem beschäftigen wir uns auch intensiv mit dem Thema der E-Mobilität. Mit der Eröffnung des Schnellladeparks an der E-Mobility Station in der Braunschweiger Straße im Juli konnten wir als erste einen Schnellladepark innerhalb der Stadt eröffnen. Mit den Mitteln von Volkswagen und der Zusage der Fördergelder werden innerhalb der nächsten zwölf Monate bis zu vier weitere solcher Parks im Stadtgebiet hinzukommen. Und auch ein weiteres wichtiges Projekt kommt demnächst zum Abschluss: die Markthalle. Mit der „Markthalle – Raum für digitale Ideen“ als digitales Zentrum der Stadt wollen wir gemeinsam mit Volkswagen und dem VfL Wolfsburg einen Ort schaffen, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger – vom vorsichtig Interessierten bis zum Digital Native – treffen, sich informieren und in Kontakt mit digitalen Themen kommen können. Die Eröffnung ist Anfang 2020.

Alle Texte unseres Regions-Specials finden Sie hier: "Alles da - Sie auch?" - die große Beilage über unsere Region

Bestimmt Volkswagen, welche Projekte umgesetzt werden? Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Gerade im Rahmen von #WolfsburgDigital zeigt sich, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert. Beide Partner verfolgen das gleiche Ziel, nämlich Wolfsburg und die Region attraktiver zu gestalten. Dabei gibt es aber ein Herangehen aus unterschiedlichen Richtungen. Somit bringt jeder seine Vorhaben und Schwerpunkte in #WolfsburgDigital ein. Die Initiative ermöglicht es, ständig in Kontakt zu sein und früh zu identifizieren, wo man mit vereinten Kräften schneller und effizienter ans Ziel kommen kann.

Andere Länder sind weiter, was die Digitalisierung betrifft. Thema Förderung: Müssen das Land und der Bund sich spendabler zeigen, damit Deutschland nicht den Anschluss verpasst?

Der Bund ist auf einem guten Weg und setzt die richtigen Schwerpunkte. Die Smart-City-Modellprojekte müssen ihre Ergebnisse so gestalten, dass andere, nicht geförderte, davon profitieren. Wir sehen aber auch, dass Geld allein den Anschluss nicht sicherstellt. Um beim Thema Digitalisierung auch international eine ernste Rolle spielen zu können, müssen viele gesellschaftliche Fragen geklärt werden. Insbesondere die Frage, welche Rolle unsere Daten in Zukunft spielen und wie wir damit umgehen wollen, wird einen großen Einfluss haben. Ein weiterer Aspekt ist Geschwindigkeit: Wir müssen lernen, Entscheidungsprozesse zu verschlanken, ohne an Qualität einzubüßen.

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