Empfang mit offenen Armen – Vereine unterstützen Neuankömmlinge

Ob Wohnungssuche oder Kontoeröffnung – Initiativen wie die International Women’s Association geben Tipps für einen gelungenen Start.

Der Vorstand der International Women's Association Braunschweig / IWA Hinten v.l.: Diana Groschopp, Lucia Montiel-Farny, Andrea Reinhart, Maria Cáceres, Marianne Wandt Vorn v. l.: Christiane Maywald, Martina Sawalsky, Susanne Kendell, Sabina Roncarati-Wiggert.

Der Vorstand der International Women's Association Braunschweig / IWA Hinten v.l.: Diana Groschopp, Lucia Montiel-Farny, Andrea Reinhart, Maria Cáceres, Marianne Wandt Vorn v. l.: Christiane Maywald, Martina Sawalsky, Susanne Kendell, Sabina Roncarati-Wiggert.

Foto: Marc Chmielewski

Neuling zu sein, ist selten einfach. Ob nun an einer frischen Arbeitsstelle, in einem Verein, einer Stadt oder – erst Recht – in einem anderen Land. Vieles Fremde muss gelernt und verstanden werden, Alltagsdinge, wie der Wocheneinkauf oder der Gang zum Amt können schnell zur echten Aufgabe werden.

Den Neuankömmlingen zu helfen – das haben sich in der Region Braunschweig-Wolfsburg unter anderem Initiativen auf die Fahnen geschrieben. Die International Women’s Association Braunschweig (IWA) ist eine davon. 150 Frauen aus 25 Ländern unterstützen in ihr sowohl Ausländer als auch Menschen aus anderen Teilen Deutschlands, die es beruflich oder privat in die Region Braunschweig-Wolfsburg verschlagen hat. Bei der IWA steckt zwar die „Frau“ im Namen – der Verein richte sich jedoch an männliche genauso wie an weibliche Hilfesuchende, betont Präsidentin Marianne Wandt. „Viele brauchen Hilfe bei der Konto-Eröffnung, mit Versicherungen, dem Telefon oder der GEZ. Für einige ist unsere Abfallentsorgung Neuland, andere haben keine Ahnung vom Tram-Fahrplan“, sagt Wandt. „Bei solchen grundsätzlichen Dingen, etwa auch der Wohnungssuche, helfen wir zwar nicht direkt, vermitteln aber die entsprechenden Kontaktstellen oder geben selbst Tipps.“

Alle Texte unseres Regions-Specials finden Sie hier: "Alles da - Sie auch?" - die große Beilage über unsere Region

Eigens dafür habe die IWA einen Fremdenführer herausgebracht, der neben Kontaktstellen, Infos zu Postgebühren, Trinkgeld und den besten Restaurants auch die empfohlenen Umgangsformen in der deutschen Gesellschaft enthalte.

Auf der anderen Seite biete man jedoch zahlreiche eigene Veranstaltungen an, die meisten sowohl englisch- als auch deutschsprachig, damit sich die Neuankömmlinge nicht nur schnell und einfach untereinander kennenlernen, sondern auch die Einwohner ihrer neuen Heimat. Gemeinsame Ausflüge in Theater oder Museen, internationale Kochkurse, Unternehmensbesichtigungen und Landschaftswanderungen, Buchklub und Schminkkurs oder auch Vorträge zum Thema Recht – die IWA will den Neulingen die deutsche Kultur, deutsche Gesetze und vor allen Dingen die vielfältigen Möglichkeiten in der Region vor Augen führen. „Viele sind überrascht, was sie hier alles machen können“, berichtet Wandt. „Unsere Region ist sehr attraktiv: Wolfsburg ist sehr modern, Braunschweig eher traditionell – die Landschaft sehr schön.“ Schwierigkeiten habe sie bei ihrer Arbeit bislang kaum erlebt, sagt Wandt.

„Hin und wieder gibt es Missverständnisse zwischen den Neulingen und den Mitgliedern. Das ist aber ein normales, interkulturelles Problem, das immer wieder schnell aus der Welt geschafft ist.“

Besonderes Augenmerk lege man darauf, dass nicht nur die Einzelperson, sondern auch ihre ganze Familie integriert wird, betont Andrea Wiencke, Leiterin Wirtschaftsförderung und Ansiedlung beim Welcome-Center der Region. Deshalb informiere die Initiative auf Wunsch über Sportvereine, internationale Gruppen oder Kulturangebote und vermittele Kontakte. „Menschen, die aus dem Ausland in unsere Region kommen, sind oft positiv vom ausgeprägten, deutschen Vereinsleben überrascht“, sagt Wiencke.

Mit ihrem Angebot richte sich die Allianz für die Region vornehmlich an internationale Fachkräfte und Studierende, die in der Region arbeiten und leben möchten, aber auch an Unternehmen, die Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren und in ihrem Betrieb integrieren möchten. In den vergangenen drei Jahren habe man mehr als 1000, insbesondere ausländische Ratsuchende, im Welcome-Center betreut.

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