Wolfsburger Spendemärchen geht weiter

Wolfsburg.  Eine wunderbare Bescherung hat der Wolfsburger Obdachlosentreff Carpe Diem drei Wochen vor Weihnachten erlebt.

Dagmar Alphei (von links), Jasmin Hinze, Sven Pieper und Besucher des Wolfsburger Obdachlosentreffs freuen sich über 10.000 Euro, die ein anonymer Spender in der Lokalredaktion der Wolfsburger Nachrichten für das Carpe Diem abgegeben hat.

Dagmar Alphei (von links), Jasmin Hinze, Sven Pieper und Besucher des Wolfsburger Obdachlosentreffs freuen sich über 10.000 Euro, die ein anonymer Spender in der Lokalredaktion der Wolfsburger Nachrichten für das Carpe Diem abgegeben hat.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Im Auftrag eines anonymen Spenders konnte unsere Redaktion am Dienstag eine Wundertüte mit 10.000 Euro an Carpe-Diem-Leiterin Jasmin Hinze und die ehrenamtliche Helferin Dagmar Alphei übergeben. Der Mann bedenkt seit einigen Jahren Einrichtungen in der Region mit hohen Summen.

Auch das Carpe Diem war schon einmal unter den Beschenkten. Jasmin Hinze konnte ihr Glück gar nicht fassen, als sie am Telefon von der erneuten Großspende erfuhr. „Nein!“, sagte sie immer wieder. „Nein!“ Stammgast Frankie dagegen war am Dienstag schon einen Schritt weiter. „Dann gibt es ab Montag nur noch leckeres Essen“, freute er sich – und betonte gleich, dass es im Carpe Diem tatsächlich immer gut schmecke.

„Wenn ich nicht arbeiten muss, bin ich immer hier“, erzählt der Wolfsburger. „Das ist mein zweiter Wohnsitz.“ Als er zum ersten Mal in die Einrichtung der Diakonie kam, hatte er noch keine Arbeit, genauso wenig wie einen Wohnsitz. Das Team hat ihn dabei unterstützt, wieder Fuß zu fassen. Denn das Carpe Diem ist mehr als ein Ort, an dem es Duschen, Waschmaschinen und fünfmal pro Woche ein Mittagessen gibt. „Es ist ein Ort, wo man vermisst wird. Das ist schön“, sagt Frankie. Wenn ein Stammgast krank ist, bringt ihm jemand das Essen nach Hause. Wer im Krankenhaus liegt, erhält Besuch. „Wie in einer Familie“, fühlt sich auch Timmy.

Der anonyme Spender hatte in Wolfsburg zuletzt das Tierheim mit 10.000 „Ostereiern“ bedacht. Er ist seit zwei Jahren in der Stadt aktiv. Seine größten Spenden waren für den Hospizverein bestimmt: Der erhielt zwei Großspenden in Höhe von 50.000 und 100.000 Euro. In diesem Jahr konnten sich auch Organisationen in anderen Städten freuen: Das Braunschweiger Hospiz erhielt im Sommer 100.000 Euro, im Mai gingen 20.000 Euro an ein Sozialprojekt einer Grundschule in Meine, im Februar 50.000 Euro an „Das Goldene Herz“, eine Spendenaktion unseres Verlages.

Wofür der Wolfsburger Obdachlosentreff Carpe Diem seine 10.000 Euro verwendet, weiß Jasmin Hinze noch nicht. Benötigt wird das Geld auf jeden Fall: Von der Dekoration bis zur Kücheneinrichtung, vom Fest bis zu Ausflügen ist in der Poststraße 39 alles aus Spenden finanziert. Ohne Spenden wäre das Carpe Diem nach Aussagen Jasmin Hinzes und Dagmar Alpheis nicht viel mehr als einen Raum mit einigen Stühlen und einer Kochplatte, auf der man einen Topf Suppe kochen kann.

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