Sport vor der Kamera – für Demenzpatienten gar kein Problem

Vorsfelde.  Der NDR dreht einen Beitrag über die Demenzgruppe des MTV Vorsfelde bei laufendem Übungsbetrieb. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

Der NDR dreht einen Beitrag über die Wolfsburger Gruppe, die unter der Leitung von Petra Bercht und Sabine Mikolajek Sport mit Demenzpatienten macht.

Der NDR dreht einen Beitrag über die Wolfsburger Gruppe, die unter der Leitung von Petra Bercht und Sabine Mikolajek Sport mit Demenzpatienten macht.

Foto: Darius Simka / regios24

Einmal in der Woche fahren Petra Bercht und Sabine Mikolajek vom MTV Vorsfelde zum Mehrgenerationenhaus am Hansaplatz in Wolfsburg. Sie haben eine Mission: Sport für und mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Immer montags finden ihre Kurse statt, geordnet und verlässlich ohne Störung. Ein sicheres Umfeld für Betroffene ist das. An diesem Montag war das anders: Der NDR war vor Ort, um einen Beitrag für sein Format „Hallo Niedersachsen“ zu drehen. Vier bis fünf Minuten werde der Bericht wohl bekommen, erklärte Redakteurin Britta von Lucke. Für die erkrankten Sportlerinnen und Sportler eine Herausforderung, denn so hat ihre Sportstunde noch nie angefangen.

Dies gleich vorweg: „Sie haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen“, erzählt Petra Bercht am Nachmittag mit etwas Stolz in der Stimme und meinte natürlich die Mitglieder ihrer Sportgruppe. Da war das Fernsehteam schon lange fort. Acht Damen und Herren scharten sich diesmal um die beiden Übungsleiterinnen. Die sind sozusagen Nischenmenschen, weil ihr Angebot selten ist.

Es fängt stets mit Fingerübungen an, einzelne, dann in Kombinationen. Bewusstes Steuern von Bewegungen. „Daran erkennt man schnell, wenn was nicht stimmt“, so Sabine Mikolajek. Vor dem einstündigen Kurs geben die beiden Frauen einen kurzen Einblick in ihre Arbeit. Hochinteressant für Redakteurin von Lucke.

Die Journalistin hat sich schon oft mit „Alter“, Sterben und Tod auseinandergesetzt, erfahren wir, mit Demenz aber ist sie bislang nicht in Berührung gekommen. Das Thema sei nach wie vor nicht salonfähig, sieht Petra Bercht, dabei steige der Bedarf, und die Arbeit mit den Erkrankten sei enorm wichtig. „Ziel ist die Festigung von Alltagsbewegungen und Sturzprophylaxe. Die beiden erreichen das durch verschiedene Übungen für Balance, Gleichgewicht und Koordination, wobei das Gehirn der Menschen mit Gesang sozusagen bei der Stange gehalten wird.

„Sport bei Demenz“ mit den beiden zertifizierten Übungsleiterinnen wird von den Krankenkassen übernommen.

Das Angebot ist eine Kooperation zwischen dem MTV, dem Mehrgenerationenhaus und dem Seniorenstützpunkt der Stadt Wolfsburg. „Wir fühlen uns hier richtig wohl“, lobt Sabine Mikolajek, und für den Hausleiter Thorsten Vogel ist das Angebot der beiden Übungsleiterinnen die konsequente Umsetzung des Konzepts. „Die Arbeit mit Alten ist ein wesentliches Element in unserem Haus“, erklärt er. Den genauen Sendetermin will Britta von Lucke rechtzeitig durchstellen, irgendwann ein einem schönen Sonntag wird das wohl sein.

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