Weihnachtsmärchen in Wolfsburg: Dorothys spannende Abenteuer

Wolfsburg.  900 Kinder lachen, bangen und jubeln in der Premiere des Weihnachtsmärchens. Die kleine Dorothy landet unverhofft im magischen Land Oz.

Bunt geht es zu im diesjährigen Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz“.

Bunt geht es zu im diesjährigen Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz“.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

98 Minuten läuft der ins Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommene US-Musicalfilm „Der Zauberer von Oz“. Fast genauso lang geht das Theater-Musical über die Bühne des Scharoun-Theaters. Keine zwei Minuten dauerte es in der Premiere am Mittwochvormittag, bis 900 Kinder lachten, begeistert klatschten und auch die wenigen Erwachsenen schmunzelten. Regisseur Rainer Steinkamp erzielte diese Wirkung mit einer kurzweiligen, Klischees bedienenden Einstiegsszene.

Denn Dorothy (Jenny Klippel) wächst bei ihrem Onkel Henry (Rudolf Schwarz) und ihrer Tante M (Britta Hübel) in Kansas auf. Beide verhalten sich, wie man es (nicht nur) von Amerikanern erwartet. Tante M gibt ihrem Mann ständig Anweisungen, was er tun solle. Die Jungen und Mädchen lachen so, als ob sie das gut kennen. Onkel Henry hört nicht hin, sondern schaut besorgt in den Himmel: ein Sturm, mehr noch ein Orkan, kommt auf. Er warnt seine Frau. Die reagiert kaum: „Dann wird das alles hier mal richtig sauber.“ Die Kinder lachen. Erst als sie das aufziehende Unwetter bemerkt, schreit sie: „Ins Haus, Dorothy, in den Keller. Ein Orkan“. Erneutes Lachen. Zwischendurch hüpft sie zweimal in Henrys Arme: als sie Haus als Maus missversteht und als sie lange als Schlange aufschnappt. Zur Freude des jungen Publikums.

So bleibt es. Tollpatschigkeiten, kleine Versprecher, lustige Missverständnisse und flapsige Fröhlichkeit lösen immer wieder unüberhörbare Lachsalven aus. Die Tänze und Lieder wiederum eine andere Form der Begeisterung: rhythmisches Mitklatschen, in der Zugabe sogar teilweises Mitsingen des Titelsongs „In einem zauberhaften Land“. „Das war toll. Spannend“, erzählte nachher die kleine Maria ihrer Mutter im Handy-Telefonat. Sie ist nicht die Einzige, fast alle stürmten nach Pause begeistert zurück in die
Vorstellung.

Es geht nicht immer lustig zu. Ganz und gar nicht. In vielen Szenen, so als Dorothy im Mohnblumenfeld fast einschläft, geht es hart zur Sache. Die dunklen Mächte des Märchens geben sich nicht geschlagen. Der Mausekönig (Nikolai Radke) schüchtert die Dorothys Gefährten ernsthaft ein, als sie gerade den Löwen (Hartmut Fiegen) herausholen wollen. Der Mäusekönig gehorcht der bösen Hexe (Britta Hübel). Aber er ist
bestechlich: mit Käse.

Dramatische Effekte erzielen Bühnen- und Lichttechniker mit Filmen und Geräuschen: da donnert es, blitzt es, lacht die böse Hexe hämisch. Die Kinder erschauern.

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