Menschen aus 151 Nationen machen Wolfsburg multikulturell

Wolfsburg.  Das Integrationsreferat feiert seinen Geburtstag mit einer Ausstellung im Rathaus. Es geht um Geschichten der ausländischen Mitbürger.

Aleksandar Nebelkovski (von links), Sylvia Cultus, Anita Placenti-Grau und Alexander Kraus stellen das Geburtstagsprojekt vor.

Aleksandar Nebelkovski (von links), Sylvia Cultus, Anita Placenti-Grau und Alexander Kraus stellen das Geburtstagsprojekt vor.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Wolfsburg ist eine italienische Stadt. Mag man vermuten angesichts der Einwanderungswellen der vergangenen Jahrzehnte aus Italien in der Volkswagenstadt. Doch weit gefehlt. Wolfsburg ist mehr als nur Italien, in der Stadt leben Menschen aus 151 Nationen.

Das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt (IZS) stöberte viele dieser Menschen aus den teils sehr fernen Ländern in ihrem neuen Umfeld in Wolfsburg auf und ließ sie ihre Lebens-, Heimat-, Migrations- und Integrationsgeschichten erzählen. Interviewer Aleksandar Nedelkovski (IZS) hörte genau hin – und schrieb die Lebensgeschichten seiner Gesprächspartner gleich auf. Der Clou: Der Aufhänger für die Geschichten der Menschen – bislang haben sich 60 der 151 Nationalitäten beteiligt – ist stets ein ganz persönliches Objekt, mit dem sie besondere Erinnerungen verknüpfen.

Hintergrund des Projektes, das den Titel „Eine Stadt – 151 Nationen“ trägt, ist der 45. Geburtstag des Integrationsreferates und des Integrationsausschusses der Stadt, sagte Sylvia Cultus, die das Integrationsreferat leitet. „Und diesen Geburtstag werden wir am 13. Dezember feiern.“ Ab diesem Tag zeigt das IZS das Projekt eine Woche lang in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses. Zu sehen sind Fotos, allerdings nicht die Objekte. Aus Versicherungsgründen sei dies nicht möglich, betonte Cultus.

Beispielhaft stellte Nedelkovski einige Objekte und deren Besitzer vor. Die Erzählung eines Schweizers etwa dreht sich um ein Fahrrad-Nummernschild, die eines Russen um einen Asbest-Stein. „Den hat der Mann aus der russischen Stadt Asbest mitgebracht, in der er aufgewachsen ist. Der Stein erinnert ihn an seine Kindheit“, erzählte Dr. Alexander Kraus (IZS). Ein seltenes Musikinstrument aus Indonesien, eine Schmuckschatulle aus Syrien, eine Fibel aus Polen, eine kleines Holzstatue aus Bolivien – insgesamt 60 Objekte und somit 60 Geschichten hat Nedelkovski bislang aufgeschrieben oder eingesammelt. Sein Ziel: „Ich möchte am liebsten Wolfsburger aus allen 151 Nationen sprechen. Allerdings wird die Zeit bis zum 13. Dezember knapp.“

Seine Chefin, IZS-Leiterin Anita Placenti-Grau, machte ihm Hoffnung, dass sich in den nächsten Tagen weitere Erzähler melden. Bis Ende Oktober, so Placenti-Grau, sei es noch möglich, sich zu melden. Schließlich würden alle Geschichten und Fotos der Objekte in einem Katalog gebündelt und veröffentlicht werden. Wer seine Migrations- und Integrationsgeschichte noch erzählen möchte, meldet sich unter aleksandar.nedelkovski@stadt-wolfsburg.de.

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