Wolfsburger des Jahres – Die Feuerwehr gewinnt

Wolfsburg.  Stadtbrandmeister Helmut von Hausen nahm die Auszeichnung stellvertretend für die Wolfsburger Feuerwehrleute entgegen.

Der Wolfsburger des Jahres 2019 fand am 30. August statt.

Der Wolfsburger des Jahres 2019 fand am 30. August statt.

Unsere Leser haben sich entschieden: der Wolfsburger des Jahres 2019 heißt Helmut von Hausen. Am Freitagabend wurde der Stadtbrandmeister Wolfsburgs im Hotel Global Inn vor rund 100 Gästen für seine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr ausgezeichnet. Stellvertretend für die mehr als 800 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr in Wolfsburg und Umgebung.

Platz zwei ging an Irina Karwehl, die mit ihrem Marisa-Mobil ein Taxi für Rollstuhlfahrer anbietet, gefolgt von Stefanie Laab vom Verein „Rettet das Huhn“, die ausgestallte Legehennen davor rettet, geschlachtet zu werden.

„Jeder einzelne der Nominierten leistet Großartiges. Ohne diesen Einsatz wäre unsere Gesellschaft nicht lebensfähig“, sagte Armin Maus, Chefredakteur unserer Zeitung, der von Hausen neben dem Preis auch Urkunde und Blumenstrauß überreichte. Ebenso beeindruckt zeigte sich auch Wolfsburgs Ehrenbürger Rolf Schnellecke, der allen Kandidaten einen Geldbetrag der Carl und Marisa Hahn-Stiftung in Form eines Schecks überreichte.

„Die Ehrung zum Wolfsburger des Jahres ist eine Sternstunde für die Stadt. Sie bringt Menschen in den Fokus, die sonst im Verborgenen bleiben würden“, so Schnellecke.

Wolfsburger des Jahres 2019
Wolfsburger des Jahres 2019

Sieger von Hausen ist seit 1976 bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig, dort „groß geworden“, wie er selbst sagt. Bei der Abstimmung hat er weit mehr als 500 der insgesamt rund 2800 Stimmen erhalten und sich damit gegen die anderen Kandidaten durchgesetzt.

„Der Preis ehrt und freut mich. Es macht mich stolz, ihn stellvertretend für meine Kameraden annehmen zu dürfen“, so der Stadtbrandmeister.

Auszeichnungen für die Helfer in Not

Mehr als 2800 Menschen haben in diesem Jahr an der Abstimmung für den Wolfsburger des Jahres beteiligt. Das sei eine „klare Botschaft, dass wir das auch weiterhin machen sollten“, sagte Kerstin Loehr, Redaktionsleiterin unserer Zeitung, während der Verleihung am Freitagabend.

Mit deutlichem Abstand gewann die Freiwillige Feuerwehr Wolfsburg, stellvertreten durch Stadtbrandmeister Helmut von Hausen. Jeweils mehr als 500 Stimmen erreichten aber auch die Zweit- und Drittplatzierten.

Nominiert gewesen waren neben von Hausen auch Stefanie Laab vom Verein „Rettet das Huhn“, Marcel Becker, Lebensretter aus Detmerode, Werner Morawietz, Sprinttrainer beim VfL Wolfsburg, Hannelore Seeleke, Notfallseelsorgerin, sowie Irina Karwehl, die mit ihrem Marisa-Mobil einen Fahrdienst für Rollstuhlfahrer anbietet.

„Diese Menschen stehen stellvertretend für alle, die in dieser Stadt Großes leisten und die wir als Vorbilder brauchen“, sagte Wolfsburgs ehemaliger Bürgermeister und Ehrenbürger Rolf Schnellecke, der stellvertretend für den verhinderten Ex-VW-Vorstandschef Carl Horst Hahn Geldpreise der Carl und Marisa Hahn-Stiftung an alle Kandidaten überreichte. Für Preisträger von Hausen gab es 1000 Euro und eine Reise ins Robinson Club-Hotel nach Fleesensee, die dahinter Platzierten bekamen jeweils 500 Euro.

Vorgestellt wurden die Ehrenamtlichen zunächst durch kurze Videofilme und anschließend im Gespräch durch die Redakteure unserer Zeitung.

Marcel Becker aus Detmerode hatte im Juni seine bewusstlose Nachbarin aus ihrer brennenden Wohnung gerettet. Stefanie Laab und der Verein „Rettet das Huhn“ dagegen holen regelmäßig Legehennen, die nach einem Jahr Bodenhaltung auf die Schlachtbank geführt würden und päppeln diese wieder auf. Hannelore Seeleke steht als Notfallseelsorgerin all den Menschen bei, die schwere Schicksalsschläge erleiden, wie etwa den Tod eines nahen Verwandten. Irina Karwehl sorgt mit ihrem Marisa-Mobil dafür, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen weiter entfernt gelegene Ziele erreichen. Und Werner Morawietz trainiert seit 50 Jahren Jugendliche in der Leichtathletik-Sparte des VfL Wolfsburg und hat dort mit Sven Knipphals unter anderem einen der schnellsten deutschen Sprinter hervorgebracht.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Musikschülerinnen Sophie Jung und Melanie Becher, die Klassik am Piano und der Oboe darboten.

Die VW-Tochter Volkswagen-Immobilien, die den Abend mitorganisierte, stellte zudem ein Buffet zur Verfügung.

„Die Ehrenamtlichen sind Helden des Alltags“

Allein im vergangenen Jahr seien es über 800 Einsätze gewesen, zu denen die Freiwilligen Feuerwehren Wolfsburgs ausgerückt sind. Die Ehrenamtlichen seien „allzeit bereit“, wie Armin Maus, Chefredakteur unserer Zeitung, es in seiner Laudatio formulierte. Und damit „Helden des Alltags“.

Einer dieser Helden ist Stadtbrandmeister Helmut von Hausen, der die Statue „Wolfsburger des Jahres“ gestern auch stellvertretend für seine Kameraden entgegennehmen durfte. Auch wenn er keine übernatürlichen Kräfte besäße, so wie die Helden aus Filmen und Comics – seine größte Leistung sei es, dass er unerschrocken und mutig handele, so Maus. So wie 820 weitere Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehren in Wolfsburgs und seinen Ortsteilen.

„Für ihren Dienst bekommen sie kein Geld, für ihr Ehrenamt begeben sie sich aber auch immer wieder in gefährliche Situationen“, sagte Maus. „Sie riskieren ihr Leben für unser Wohl – und werden nicht selten Zeuge von unvorstellbarem Elend und Leid.“

Umso weniger sei es hinnehmbar, dass immer öfter Einsatzkräfte öffentlich bei ihrer Arbeit behindert und teilweise sogar angegriffen würden. „Die ehrenamtlichen Retter verdienen für ihren Einsatz all unseren Respekt und unsere Anerkennung“, so Maus.

Von Hausen ist seit nunmehr 43 Jahren im Einsatz für die Allgemeinheit – 365 Tage im Jahr, egal zu welcher Uhrzeit. Das sei vor allem auch deshalb möglich, weil die Stadt Wolfsburg, ihre Unternehmen und ihre Einwohner sowie die Polizei die Feuerwehrleute immer wieder kräftig unterstützten, wie von Hausen betonte: „Ohne sie wären wir nicht das, was wir sind.“

Der Stadtbrandmeister zeigte sich stolz, den Preis auch für seine Kameraden in Empfang nehmen zu dürfen. „Das was wir leisten, können wir nur im Team schaffen, alleine geht es nicht. Die Kameradschaft ist bei der Feuerwehr ein ganz wesentliches Element“, so von Hausen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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