Autostadt: Waghalsiger Salto aus den Händen des Partners

Wolfsburg.  In „Sound, Body & Vision“ lässt die Autostadt Musik, Tanz, Pantomime und Akrobatik verschmelzen. Das Publikum staunt – und lacht.

Das mal blödelnde und mal Kunststücke zeigende Pärchen lockert die Autostadt-Show „Sound, Body & Vision“ auf

Das mal blödelnde und mal Kunststücke zeigende Pärchen lockert die Autostadt-Show „Sound, Body & Vision“ auf

Foto: Anja Weber / Autostadt

Die Clownin ist Jongleurin. Australierin Pippa the Ripper auf der Lagunenbühne in der Autostadt am Mittwochabend provokant ein Kaugummi kauend, leicht verlaufenes Make-up im Gesicht, ziemlich dümmlicher Augenausdruck und dann noch dieses manierlich-kokette Winken mit den Händchen. Sie ist eine Pantomimin. Ihr Partner auch. Der gibt sich fassungslos, staunend wie ein kleiner Junge und erweist sich als geschickter Radjongleur. Zum Staunen, zur Begeisterung des Publikums, sowie zur Belustigung der Leute.

Für gewagte aufregende Radjonglagen, teils ergänzt durch A-cappella-Fahrgeräusche, erhält er viel, viel Beifall. Rhythmisch klatschen die Leute in der nahezu voll besetzten Piazza vor der Lagunenbühne auch mit, als sich die naive Clownin als gewiefte Jongleurin, als Herrin der Hula-Hoop-Reifen erweist. Sogar mit der Nase dreht sie den Ring, dann wieder zwei, drei, fünf, zehn auf einmal mit ihrem Körper, den Armen, den Knien, der Hüfte. Phantastisch.

Es sind immer nur kurze Sequenzen innerhalb der Autostadt-Eigenproduktion „Sound, Body & Vision“, einer bunten Revue internationaler Künstler aus Musik, Tanz und Akrobatik. Atemberaubend zeigen Maélle und Hamza (Schweiz, Marokko) Tanz, der in Akrobatik übergeht: in einen Handstand auf den Händen des Partners, einem Salto aus dem Handstand, halsbrecherisch: kein weicher Bühnenboden könnte den Kopf der Akrobatin federn. Die Leute halten den Atem an. Alles geht gut.

Dazu trommelt „Double Percussion“ aus München den Takt, den Rhythmus, die Dynamik und Dramatik der Akrobaten, Tänzer und Jongleure. Oder das internationale Tanzensemble Urban Dance Styles fasziniert mit raffiniertem, künstlerischem Straßentanz, wie ihn der New Yorker Breakdance populär machte. Überhaupt Breakdance, Hip-Hop. Das geht auch A capella. Berywam aus Frankreich zeigen es in einer dynamischen, ungewöhnlichen Show, in die auch Beatbox einfließt. In vielen, kleinen Sequenzen.

Maxime Poulin (Kanada) löst mit seinem technisch einwandfreien Crossover aus Comedy, Theater und Artistik Staunen wie Bewunderung aus. Es sind diese kleinen, angedeuteten, pantomimischen Szenen, die die Leute zum Lachen bringen.

Weitere Vorstellungen von „Sound, Body Vision“ täglich von Donnerstag, 15.08. bis Sonntag, 18.08., jeweils 15.30 Uhr und 19.30 Uhr.

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