Böller-Explosion: Wolfsburger Youtuber vor Gericht

Wolfsburg.  Der 17-Jährige und sein 18-jähriger Kumpel müssen sich vor dem Amtsgericht verantworten. Sie wollten ein spektakuläres Youtube-Video drehen.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren nach der Böller-Explosion in der Dortmunder Thier-Galerie schnell vor Ort. Ein 17-jähriger Wolfsburger und ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Helmstedt sollen die Drahtzieher der Aktion sein. Sie stehen am Mittwoch vor Gericht.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren nach der Böller-Explosion in der Dortmunder Thier-Galerie schnell vor Ort. Ein 17-jähriger Wolfsburger und ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Helmstedt sollen die Drahtzieher der Aktion sein. Sie stehen am Mittwoch vor Gericht.

Foto: Markus Wüllner / dpa

Ein 17-jähriger Wolfsburger und ein 18-Jähriger aus Bahrdorf (Landkreis Helmstedt) müssen sich am heutigen Mittwoch vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, am 15. Dezember 2018 für ein Youtube-Video die Besucher der Dortmunder Thier-Galerie durch einen Böller-Wurf in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Bei der ausgelösten Massenpanik in dem sehr gut besuchten Einkaufszentrum wurden 24 Menschen verletzt. Der Prozess soll am Freitag, 16. August, fortgesetzt werden.

Ende Mai hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage erhoben. Beide müssen sich wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts verantworten. Das Duo soll andere Jugendliche angestiftet haben, einen sogenannten Polen-Böller mitten im Weihnachtsgeschäft der Thier-Galerie zu zünden. Die Passanten sollten glauben, es werde gerade ein Anschlag verübt.

Die Verletzten erlitten laut Anklage unter anderem erhebliche Störungen des Gehörs wie Hörsturz und Tinnitus, psychische Störungen wie Schock, Bewusstlosigkeit, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Panikattacken sowie körperliche Folgen durch Stürze und das Gedränge wie Prellungen, Stauchungen, Hautabschürfungen und Hämatome.

Im Falle einer Verurteilung droht dem als Haupttäter geltenden Wolfsburger eine Jugendstrafe zwischen sechs Monaten und vier Jahren. Der 17-Jährige, der Ende August 18 Jahre alt wird, wurde im vergangenen Jahr bereits wegen einer gemeinschaftlichen Körperverletzung zu einem Freizeitarrest verurteilt. Der Wolfsburger ist in den sozialen Medien ein Star. Sein Youtube-Kanal, auf dem er regelmäßig sogenannte „Pranks“, also Spaß-Videos, hochlädt, hat aktuell fast 355.000 Abonnenten, seine Videos wurden etwa 53 Millionen Mal aufgerufen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Jugendliche in dem mehrstöckigen Einkaufszentrum in der Dortmunder Innenstadt ein besonders spektakuläres Youtube-Video drehen wollte.

Der Wolfsburger soll anderen Jugendlichen 35 Euro für das Zünden des Böllers geboten haben. Nun wurden auch die Jugendlichen aus Dortmund von der Staatsanwaltschaft angeklagt, berichten die Ruhr-Nachrichten. Dabei handelt es sich um zehn Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Ihnen wird ebenfalls gefährliche Körperverletzung und die Störung des öffentlichen Friedens vorgeworfen. Hier steht ein Gerichtstermin aber noch aus.

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