Polizei Wolfsburg und LSW warnen vor falschen Wasserwerkern

Wolfsburg.  In der Wohnung eines Ehepaares in der Lessingstraße scheitern die Betrüger mit ihren Ablenkungsversuchen. Einer Rentnerin stehlen sie Goldschmuck.

Die Männer gaben vor, Handwerker der vor dem Mehrfamilienhaus befindlichen Baustelle zu sein und das Warmwasser in der Wohnung kontrollieren zu müssen.

Die Männer gaben vor, Handwerker der vor dem Mehrfamilienhaus befindlichen Baustelle zu sein und das Warmwasser in der Wohnung kontrollieren zu müssen.

Foto: Ole Spata / picture alliance (Symbolfoto)

Falsche Wasserwerker treiben wieder einmal in Wolfsburg ihr Unwesen. Die Polizei und der Energieversorger LSW sind alarmiert und warnen vor den falschen Handwerkern. Am Dienstagmittag klingelten gegen 12.50 Uhr zwei Männer in blauer Handwerkermontur an der Wohnungstür eines älteren Ehepaares in der Lessingstraße, wie die Polizei mitteilt. Die Männer gaben vor, Handwerker der vor dem Mehrfamilienhaus befindlichen Baustelle zu sein und das Warmwasser in der Wohnung kontrollieren zu müssen.

Das Ehepaar ließ die beiden Handwerker zwar in die Wohnung, jedoch nicht unbeaufsichtigt. Mehrere Ablenkungsversuche der angeblichen Handwerker scheiterten, so dass die beiden Unbekannten nach wenigen Minuten von ihrem Vorhaben abließen und das Weite suchten.

Eine Nachfrage des Rentnerpaares an der Baustelle vor dem Haus, ob die beiden angeblichen Handwerker von hier kämen, wurde von den Anwesenden verneint. Gut vier Stunden später, gegen 16.45 Uhr, klingelte es an der Haustür einer älteren Dame im Schlesierweg. Als die Rentnerin öffnete, stand vor ihr ein Unbekannter in blauer Monteurbekleidung und gab vor, Wassertechniker zu sein, der die Wasserleitungen überprüfen wolle.

Die ältere Dame ließ den Handwerker gutgläubig in ihre Wohnung, worauf dieser anfing, sich an den Wasserhähnen in Küche und Bad zu schaffen zu machen. Die Mieterin zeigte sich empört, dass durch das ständige Auf- und zudrehen das von ihr bezahlte Wasser verschwendet würde. Daraufhin kündigte der Unbekannte einen Kollegen an, der der Mieterin eine Kostenpauschale von 500 Euro zahlen würde.

Kurz darauf erschien ein zweiter Unbekannter – ebenfalls in blauer Monteurbekleidung. Während einer der Täter nun die ältere Dame ablenkte, verschwand der zweite Täter aus ihrem Sichtfeld. Nun verabschiedeten sich beide angeblichen Monteure mit der Erklärung, die 500 Euro Kostenpauschale holen zu wollen.

Als die beiden angeblichen Handwerker verschwunden waren, stellte die Rentnerin das Fehlen von Goldschmuck fest. Die beiden Monteure wie auch die 500 Euro hat sie nicht zu Gesicht bekommen.

Birgit Wiechert, Sprecherin der LSW: „Die Überprüfung von Warmwasser oder Wasserdruck und auch beschädigter Leitungen stellen keinen Sachverhalt dar, bei dem die Mitarbeiter der LSW sofort in die Wohnung müssen. Der Energieversorger LSW kommt nicht unangemeldet. Die Beschäftigten haben immer einen Ausweis dabei, der ein Lichtbild des Besitzers und den Namen beinhaltet. Hinterfragen Sie den Einsatz solcher Handwerker über das Kundenzentrum der LSW, (05361) 1893600!“

Die Polizei hat den Sachverhalt aufgenommen und sieht in beiden Fällen einen Tatzusammenhang. Thomas Figge, von der Polizei in Wolfsburg: „In beiden Fällen war die Täterbeschreibung nahezu identisch, so dass wir von denselben Tätern ausgehen.“ Die Täter waren etwa 1,75 bis 1,85 Meter groß, 25 bis 35 Jahre alt und von schlanker Gestalt. Beide waren mit Blaumännern bekleidet, auf deren Ärmeln ein Aufnäher mit dem Schriftzug „mobil“ aufgebracht war. Ferner trugen sie auf dem Kopf ein Basecap. Die Täter hatten einen dunklen Teint und ein südländisches Erscheinungsbild.

Die Polizei warnt vor solcher Masche: Immer wieder versuchen Unbekannte, unter einem Vorwand in die Wohnung von älteren Menschen zu gelangen. Oftmals geben sie sich hier als Polizisten oder auch Handwerker aus. Die Unbekannten nutzen so das Vertrauen der älteren Herrschaften aus und lenken diese ab. Während einer der Täter sich mit den Senioren unterhält, gelangt ein zweiter Täter unbemerkt in die Wohnung und entwendet Schmuck und Bargeld.

Thomas Figge: „Lassen Sie sich immer den Dienst- oder Betriebsausweis zeigen. Haben Sie Zweifel an der Echtheit des Dokumentes, lassen Sie sich zusätzlich durch den Personalausweis die Daten widerspiegeln. Im Zweifelsfall rufen sie die Polizei über 110 an.“ red

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