Wolfsburg bekommt 30 neue Schnell-Ladesäulen

Wolfsburg.   Insgesamt plant die Stadt mit 24 E-Ladestationen, darunter in Detmerode. Darüber haben die Ortsräte Detmerode und Nordstadt am Abend gesprochen.

Drei Service-Parks sollen mit E-Lade-Säulen in den nächsten Monaten im Wolfsburger Stadtgebiet entstehen.

Drei Service-Parks sollen mit E-Lade-Säulen in den nächsten Monaten im Wolfsburger Stadtgebiet entstehen.

Foto: Volkswagen Konzern Komponente

Die Sitzung des Ortsrats Nordstadt im Mehrgenerationenhaus begann am Mittwoch mit einer Frage zur Geschäftsordnung. Ratsherr Jens Tönskötter (PUG), beratendes Mitglied des Ortsrats, wollte wissen: Darf Angelika Jahns, die Fraktionsvorsitzende der CDU im Wolfsburger Rat, auch als Fraktionssprecherin im Nordstadt-Gremium fungieren? Sie hat ebenfalls den Status eines beratenden Mitglieds, aber keinen Wohnsitz in der Nordstadt. Hartmut Stapelfeld von der Verwaltung gab Auskunft: Sie darf! Beratende Mitglieder haben zwar kein Stimmrecht, können aber Anträge einbringen und Funktionen übernehmen. Womit die Sitzung unter Leitung von Ortsbürgermeisterin Immacolata Glosemeyer (SPD) ihren Lauf nahm.

Auf der Tagesordnung stand ein Bericht von Dirk Schäfer, Leiter der Stadtforst. Er gab einen Überblick zum Zustand des Waldes in der Nordstadt nach der Trockenheit 2018. Außerdem nahm er eine Frage auf, die sowohl von den Einwohnern als auch von den Ortsratsmitgliedern gestellt wurde. „Wie geht Wolfsburgs Forst mit dem Problem Eichenprozessionsspinner um?“ Die Antwort vorweggenommen: Gar nicht! Aus Sicht der Forst und nach den vorgegebenen Richtlinien ist eine Bekämpfung nicht notwendig. Was den Wald in der Nordstadt angeht, so ist der Grundwasserspiegel unter Bedarf. Die Bodenvegetation hat sich nach Schäfers Angaben normal entwickelt, Probleme bereiteten die Kiefern durch Spontansterben und Borkenkäferbefall. Pläne zur Verjüngung des Bestands wurden verschoben.

Jan Wilker vom Referat Digitalisierung und Wirtschaft erläuterte die Verwendung des Geschenks von VW an die Kommune zum 80. Geburtstag der Stadt, den Ausbau der E-Ladestruktur für Autos. Insgesamt 5 Stationen mit je 6 Schnell-Ladesäulen werden stadtweit installiert. Eine davon soll Mitte Dezember auf heute bereits vorhandenen Parkflächen im Allerpark ihren Platz haben. Die PUG-Vertreter meldeten Bedenken wegen dieses Standorts und möglicher Folgekosten für die Steuerzahler an.

Im Bereich Detmeroder Markt soll im Herbst eine Ladestation für Elektro-Autos stehen. Sie wird aus sechs Ladesäulen, dazugehörige Parkplätze in gleicher Zahl, eine Trafo-Station sowie ein Kühlungshaus bestehen. Dies teilte Jan Wilker (Referat Digitalisierung und Wirtschaft) am Mittwoch dem Ortsrat Detmerode mit. Finanziert wird die Ladestation aus dem VW-Geschenk 2018. Volkswagen finanziert mit zehn Millionen Euro den Aufbau einer E-Lade-Struktur im Stadtgebiet. „Drei Service-Parks werden zudem auf Antrag der Stadt Wolfsburg aus Fördermitteln des Bundes bezuschusst“, erläuterte Wilker. Diese werden Fallersleben, am Allerpark und in der Grauhorststraße (Laagberg) errichtet. Insgesamt sollen einmal 24 Ladestationen aufgebaut werden, von denen zwölf mobil sein werden. Wilker sagte auf Nachfrage, dass damit der Bedarf in Wolfsburg zunächst abgedeckt werden könne, da „85 Prozent aller E-Auto-Fahrer in ihrer Garage aufladen“. Die übrigen würden öffentliche Stationen anfahren, die wie „bisher auch die Tankstellen von privaten Betreibern geführt werden, so dass der Stadt keine Kosten entstehen“. Angestrebt wird eine Ladezeit von maximal 15 Minuten je Auto.

Lothar Kostka (PUG) fragte zuvor, ob in den Hochhäusern „Don Camillo und Peppone“ aufgrund „des Wohnungsbedarfs“ doch saniert werden solle. Vorgesehen ist, dass die inzwischen weitgehend leerstehenden Hochhäuser Asbest in der höchsten Stufe Fünf enthalten. Mühlisch sagte, dass „mir keine Informationen vorliegen. Auch ich stehe da auf dem Schlauch“. Der SPD-Politiker gab bekannt, dass die Feuerwehr dort zeitgleich zur Ortsratssitzung Übungen gemacht habe. Es sei um Personensuche und Brandbekämpfung gegangen. Vier weitere Übungen seien jeweils freitags geplant. Zu Beginn der Sitzung stellte sich Madek Naghmouchi vor. Die 30-Jährige übernimmt die Bürgerbegegnungsstätte. Marion Rentz vom Geschäftsbereich Grundstücke begleitete sie. Der Ortsbürgermeister Ralf Mühlisch wünschte Naghmouchi viel Erfolg. Er dankte Bastian Michel (ÖDP) für ein Jahr Interims-Leitung.

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