Diese Musik ist alles andere als Unkraut

Wolfsburg.   Judith Tellado und das Trio Georg Shelbajasov bringen tropische Stimmung ins Wolfsburger Parkhotel auf dem Steimker Berg.

„Yerba Mala“: Judith Tellado und ihre Band verzauberten im Wolfsburger Parkhotel mit Talent und Temperament.

„Yerba Mala“: Judith Tellado und ihre Band verzauberten im Wolfsburger Parkhotel mit Talent und Temperament.

Foto: Helge Landmann / regios24

Ein Abend im Mai, an dem Talent und Temperament aufflammten und sich in Top-Tönen ausdrückten. Die gebürtige Puerto-Ricanerin Judith Tellado und das Trio Georg Shelbajasov mit Gitarre und Klavier, Werner Kolb am (E-)Bass sowie Paulo Pereira mit Tenor- und Sopransaxofon verwandelten am Freitag den Saal des Parkhotels in eine Stätte der musikalischen Lebendigkeit. Mehr als 70 Gäste hatte das Konzert „Yerba Mala – Latin, Jazz und Pop mit Seele“ zum Steimker Berg gelockt. Zur Klangkultur aus der Karibik wurde die entsprechende kulinarische Note offeriert.

„Yerba Mala“, was so viel wie Unkraut bedeutet, ist der Titel des jüngsten Albums von Komponistin, Sängerin und Percussionistin Judith Tellado, die an diesem Abend ausschließlich eigene Songs sang. „Wir haben uns mal entschieden, nur selbst erarbeitete Lieder zu bringen“, erläuterte die Künstlerin. „Unkraut“ war das, was das Quartett dem Auditorium akustisch unterbreitete, sowieso nicht. Die Titel waren vielmehr so, wie es Judith definierte: „Sie sollen die Kraft der ausufernd wachsenden, tropischen Natur ausdrücken.“

Kraftvoll ist eines von mehreren Merkmalen, die Judith Tellados Stimme auszeichnen. Ihr dunkles Timbre, die Variationsfähigkeit ihres gesanglichen Ausdrucks, die Intensität und die zeitweilige Emphase ließen nach wenigen Minuten den Funken auf die Zuhörer überspringen. Anfangs noch verhalten, später Takt um Takt anwachsend, entwickelte sich der Stimmungspegel des Publikums. Die Eindrücke beflügelten die Emotion. Die mittelamerikanische Künstlerin, die in Hamburg lebt und locker, heiter sowie in gutem Deutsch die Gäste unterhielt, bezog die Zuhörer rasch ein. Die schnippten mit den Fingern die musikalischen Akkorde im Akkord(tempo) und ließen sich zudem auf das Mitsingen von Refrains ein. Das Konzert wandelte sich zum interaktiven Event.

Die unterschiedlichen Arrangements von Jazz bis Latin gestalteten die Höreindrücke abwechslungsreich, die Gefahr von Monotonie bestand zu keinem Zeitpunkt.

Den nächsten Musikgenuss wollen Parkhotel-Geschäftsführer Werner Lohss und sein Team ihren Gästen am 21. Juni servieren. Dann spielen Dylan Vaughn und Martin Burns zum Mittsommerfest.

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